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02.08.2000

22:50 Uhr

Cobra dementiert Verkaufsinteresse

Commerzbank-Chef sieht keine Übernahmegefahr

Nach der geplatzten Fusion mit der Dresdner Bank fühlt sich Commerzbank-Chef Martin Kohlhaussen vor einer Übernahme sicher.

dpa FRANKFURT. Commerzbank-Chef Martin Kohlhaussen fühlt sich auch nach der geplatzten Fusion mit der Dresdner Bank vor einer Übernahme sicher. Adressen, die nun wieder als mögliche Käufer gehandelt würden seien "ja alles bekannte Namen, das sind die Gerüchte, die jetzt wieder kommen", sagte Kohlhaussen am Mittwoch in Frankfurt. "Das sind Bankenfreunde, die wir kennen. Bis heute hat sich niemand von denen als Übernahmeinteressent bei mir, bei uns, gemeldet."

Auch von der Seite des neuen Großaktionärs Cobra wittert Kohlhaussen keine Gefahr. Trotz der Absicht, die Commerzbank in eine Allianz mit einem starken europäischen Partner zu drängen, sei die Gruppe keine Bedrohung, sagte der Commerzbank-Chef in einem Interview mit dem hauseigenen Fernsehmagazin "geldactiv". "In Wirklichkeit geht es hier darum, ihre Position möglichst interessant und zu einem guten Preis weiter zu veräußern." Der Preis dürfte nach seiner Einschätzung beim aktuellen Börsenkurs plus einem Aufschlag von 20 Euro liegen.

Unterdessen hat Cobra-Geschäftsführer Hansgeorg Hofmann einem Bericht des Wirtschaftsmagazins "Focus-Money" widersprochen, nach dem Cobra Optionen auf sieben von insgesamt 17 % der Commerzbank - Anteile an die britisch-asiatische Gruppe HSBC verkauft haben soll. "Es gibt wenig Sinn, das Aktienpaket aufzuspalten", sagte Hofmann am Mittwoch in Köln auf Anfrage. Informationen von "Focus-Money", die Commerzbank habe dem italienischen Versicherungsriesen Generali eine Verdoppelung von deren Anteil an der Commerzbank von 5,2 auf zehn Prozent angeboten, wollte ein Commerzbank-Sprecher "nicht kommentieren".

Ein Zusammenschluss mit einem anderen Institut ist für die Commerzbank allerdings auch nach der geplatzen Fusion mit der Dresdner Bank nicht grundsätzlich vom Tisch. "Wenn es eine Gelegenheit gibt, etwas Neues zu machen, dann kann man diese Gelegenheit nicht ignorieren", sagte Kohlhaussen. "Man muss sie prüfen, und das kann auch Fusion sein. Aber Fusion um jeden Preis, das sicherlich nicht", betonte Kohlhaussen. Insbesondere für einen Zusammenschluss mit einer ausländischen Bank sei die Zeit noch nicht reif. Daher setze die Commerzbank seit geraumer Zeit auf das "Konzept der europäischen Partnerbanken", das in nächster Zeit forciert werden soll.

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