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25.07.2000

19:38 Uhr

Coca-Cola und Nestlé in Europa führend

Getränkekonzerne versprechen sprudelnde Gewinne

Das stärkste Wachstum unter den alkoholfreien Getränken sehen Analysten bei Mineralwasser in der Plastikflasche.

sfu DÜSSELDORF. Schnelle Gewinne sind im Markt der Erfrischungsgetränke nicht zu erwarten. Die Aktien bekannter Unternehmen wie der Coca-Cola Co., der PepsiCo Inc. oder der Nestlé AG gelten unter Analysten jedoch als zuverlässige Anlagemöglichkeit für den eher konservativen Aktionär. Denn: Immer mehr Menschen haben immer mehr Durst. Dazu kommt der Trend in Richtung gesunde Ernährung - nach Berechnungen des Marktforschungsinstituts Euromonitor wird das Verkaufsvolumen von Erfrischungsgetränken in Westeuropa von 1998 bis 2003 um 16,9 % auf 51,6 Mrd. $ Gesamtumsatz wachsen. Mit 16,9 % Marktanteil 1998 ist Coca-Cola europäischer Spitzenreiter unter den Getränkeproduzenten, Platz zwei hält die Nestle AG mit 8,3 %.

Markt für Mineralwasser kommt in Schwung

International gesehen sei vor allem der Mineralwassermarkt sehr interessant, heißt es in Analystenkreisen. Die Emerging-Markets-Länder in Asien und Südamerika befänden sich an der Schwelle zum Kauf von Markenprodukten im Getränkebereich. Nachdem sie sich von der Wirtschaftskrise Ende der neunziger Jahre erholt hätten, gewinne der Konsum dort wieder an Schwung. Auch in den USA orientiere sich die Bevölkerung allmählich in Richtung gesunde Ernährung und somit klarem Mineralwasser.

Nach Darstellung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) stagniert der deutsche Markt hingegen - zumindest im Bereich der großen und etablierten Erfrischungsgetränke wie Wasser, Säfte und süße Limonaden. Zwischen 1995 und 1999 wurden gerade einmal 1,9 % mehr Wasser und 1,4 % mehr Saft verkauft. Nur 0,2 % betrug das Absatzwachstum von Fanta, Cola, Seven Up und anderen Zuckerträgern. "Es gibt mittlerweile einfach viele gute Alternativen zu den Süßgetränken", begründet GfK-Mitarbeiter Horst Zocher den Trend. Wo der Kunde früher zur Colaflasche gegriffen habe, tendiere er nun zur Schorle oder sogenannten "Newcomern" wie Eistee, Energie- und Sportgertränken. Deren Absatzmenge ist Deutschland in den letzten fünf Jahren denn auch um 10,8 % gestiegen. Kreativität, so die GfK, sei im Markt der Erfrischungsgetränke gefragt, um sich von negativen Trends abzuheben. Der Verbraucher sei innovations- und probierfreudig, meint Zocher, und nehme neue Geschmacksrichtungen wie "Wild Berries" von Fanta gerne an.

Konsequenz der Trendorientierung: Die Sortenzyklen werden kürzer, neue Varianten müssen immer schneller in die Regale gelangen.

Außerdem wünscht der Kunde immer mehr Bequemlichkeit. Glasflaschen sind out, Wasser in unzerbrechlichen Pet-Plastikflaschen dagegen ist in.

Bisher war das vor allem ein Vorteil von Coca-Cola und seiner Wassermarke Bonaqua, doch so langsam passen sich auch andere Unternehmen den erweiterten Bedürfnissen der Konsumenten an.

Nestlé etwa bietet inzwischen sein europäisches Produkt Aquarel sowohl in der 1,5-Liter Pet-Standardflasche als auch in einer 5-Liter und zwei 0,33-Liter-Versionen an.

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