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30.01.2003

16:42 Uhr

Comicfiguren werden nicht älter

“Simpsons“-Macher trotz Rekord-Laufzeit frisch am Werk

In Kürze werden sie den Rekord der langlebigsten Comedy-Serie im US-TV brechen: "Die Simpsons". Doch die Macher der Zeichentrick-Familie zeigen keine Anzeichen von Müdigkeit oder abnehmender Schaffenskraft.

Reuters LOS ANGELES. "Ich hatte nicht damit gerechnet, so lange gesendet zu werden", gesteht Matt Groening, der Erfinder des Durchschnittsamerikaners Homer Simpson und dessen Familie. Die 300. Episode der Serie, die mit scharfem Witz US-Institutionen wie die Unterhaltungsindustrie und Autoritäten aller Art aufs Korn nimmt, steht an. Nach der 14. wird es eine 15. und 16. Staffel geben. Das hat bisher noch keine wöchentliche Comedy-Serie in den USA geschafft.

"Zu den tollen Seiten einer Produktion von Trickfilmen gehört, dass die Figuren nicht älter werden", erklärt Groening einen Teil dieses Erfolgs. "Die Serie bleibt frisch und man hält das Publikum jung."

"Die Simpsons" wurden vor 16 Jahren erstmals gesendet, damals noch als kurze Clips in der "Tracey Ullman Show". Seit 1990 dauert eine Episode eine halbe Stunde. Die Mitarbeiter der Serie halten seit den Anfängen an bestimmten Arbeitsmethoden fest, so zum Beispiel dass die Sprecher oft mehreren Figuren ihre Stimme geben. "Es würde mich fürchterlich langweilen, ganz besonders nach sieben Jahren, wenn ich jede Woche nur eine Figur sprechen würde", sagt Harry Shearer. Er tyrannisiert Homer als dessen Chef Mr. Burns und gibt auch dem Nachbarn Ned Flanders seine Stimme.

Auch wenn man sie nicht sehen kann, sind die Sprecher der Figuren beim Publikum beliebt und müssen sich neugierigen Fragen stellen. "Die seltsamste Frage, die mir je gestellt wurde, ist folgende: Ob ich wie Lisa Simpson klinge, wenn ich Sex habe," erinnert sich Yeardley Smith, die die Saxophon spielende und intellektuelle Tochter Homers spricht. "Die Antwort ist nein", schließt sie.

Dass die Mitarbeiter der Serie so lange treu bleiben, kann offenbar nicht nur an der Bezahlung liegen. "Wir verdienen alle zusammen noch nicht einmal so viel wie ein "Friend'", scherzt Homer-Sprecher Dan Castellaneta unter Anspielung auf die Fernsehserie "Friends", deren Hauptdarsteller je 1 Mill. Dollar pro Episode verdienen sollen.

Treu bleiben der Serie auch prominente Gastsprecher. So wird die US-Schauspielerin Jane Kaczmarek in der 300. Episode wieder die Richterin Harm sprechen. Diesmal zieht Homers Sohn Bart gegen seine Eltern vor Gericht, weil sie ihn als Baby in einem Werbespot auftreten ließen - und Homer die Gage verschleudert hat.

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