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02.08.2000

13:24 Uhr

Reuters FRANKFURT. Die Cobra Beteiligungsgesellschaft ist nicht an einem Teilverkauf ihres 17-prozentigen Commerzbank-Pakets interessiert. Nach Aussage von Cobra-Geschäftsführer Hansgeorg Hofmann würde die Cobra, bei einer Reduzierung des Anteils nur ihre Verhandlungsposition schwächen. "Ich will keinen Kommentar abgeben, außer dass es keinen Sinn machen würde, sieben der siebzehn Prozent zu verkaufen, denn dadurch würden wir unsere Hebelkraft verlieren", sagte Hofmann am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters in Reaktion auf einen Magazin-Bericht, wonach die Gesellschaft Optionen auf sieben Prozent des Commerzbank-Kapitals an die Bankengruppe HSBC Holding veräußert habe. Die Commerzbank-Aktie lag am Vormittag knapp drei Prozent im Plus.



Das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen hatte vor einigen Wochen der Cobra die Verfügung über die Stimmrechte an der Commerzbank entzogen, da es Hofmann wegen privater Steuerdelikte für "nicht zuverlässig" halte. Auch über Optionen auf die Commerzbank-Aktien darf die Cobra nur mit Zustimmung des Amtes verfügen. Cobra hat gegen den Beschluss Widerspruch eingelegt.



Das Magazin "Focus-Money" hatte zudem berichtet, die Commerzbank habe der italienischen Versicherung Generali eine Verdoppelung ihres Anteils an der Commerzbank von derzeit 5,0 Prozent angeboten. Ein Sprecher der Bank verwies darauf, dass die Commerzbank bereits in der vergangenen Woche erklärt habe, ihre europäischen Verbindungen deutlich ausbauen und verstärken zu wollen. "Darüber, was dazu genau unternommen wird, möchten wir nicht spekulieren", sagte der Sprecher.



HSBC

-Chef Keith Whitson hatte erst am Montag erklärt, seine Bank sei nicht aktiv auf der Suche nach einem Übernahmeziel. Zunächst müsse man die jüngsten Banken-Zukäufe in die Finanzgruppe integrieren. Im vergangenen Jahr hatte HSBC die amerikanischen Banken Republic New York und Safra sowie die französische Bank Credit Commercial de France übernommen.



Die Commerzbank und die Dresdner Bank hatten in der vergangenen Woche die Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss abgebrochen. Cobra hatte sich zuvor wiederholt gegen eine Fusion mit der Dresdner Bank ausgesprochen und eine Kooperation der Commerzbank mit einem ausländischen Partner favorisiert. Die Gesellschaft bündelt nach eigenen Angaben die Interessen von rund 24, meist vermögenden Privatpersonen.

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