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05.02.2001

15:08 Uhr

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Commerzbank mit Rekordjahr und Verlust im 4. Quartal

Analysten hatten für das Gesamtjahr mit einem besseren Vorsteuerergebnis und höherem Gewinn nach Steuern gerechnet. Der Aktienkurs gab nach Bekanntgabe der Zahlen nach.

Reuters FRANKFURT. Die Commerzbank hat nach vorläufigen Zahlen im Geschäftsjahr 2000 ein Rekordergebnis erzielt, im vierten Quartal aber einen Verlust von 98 Mill. Euro verbucht. Für das Gesamtjahr 2000 nannte die Commerzbank am Montag in einer Pflichtmitteilung nach vorläufigen Zahlen ein Rekord-Vorsteuerergebnis in Höhe von 2,28 Mrd. nach 1,37 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Gewinn nach Steuern und Anteilen Dritter stieg im Gesamtjahr auf 1,34 (Vorjahr: 0,975) Mrd. Euro. Aus der Neustrukturierung erwartet die Bank bis 2005 ein zusätzliches operatives Ergebnis vor Steuern von 1,6 Mrd. Euro. Analysten hatten für das Gesamtjahr mit einem besseren Vorsteuerergebnis und höherem Gewinn nach Steuern gerechnet. Der Aktienkurs gab nach Bekanntgabe der Zahlen nach.

Die Bank will nach eigenen Angaben für das Jahr 2000 eine Dividende von unverändert 0,80 Euro pro Aktie zahlen. Darüber hinaus sei die Ausschüttung eines Bonus von 0,20 Euro je Aktie vorgesehen. Die Anteilseigner sollten dadurch von dem guten Ergebnis der Bank und dem Ertrag aus dem Börsengang der Direktbank-Tochter comdirect profitieren.

Das Handelsergebnis stieg nach Angaben der Bank im Gesamtjahr 2000 um 47 % auf 872 Mill. Euro. Beim Provisionsüberschuss legte die Commerzbank um 20 % auf 2,64 Mrd. Euro zu. Der Zinsüberschuss wuchs um 6 % auf 3,4 Mrd. Euro.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft gab die Commerzbank für 2000 mit 649 Mill. Euro an. Dies sei höher, als bislang geplant. Die Aufstockung sei wegen Verlusten bei der Korea Exchange Bank vorgenommen worden, an der die Commerzbank beteiligt ist.

Von Reuters befragte Branchenanalysten hatten beim Vorsteuerergebnis für das vierte Quartal im Durchschnitt mit einem Rückgang auf 334 Mill. Euro gerechnet. Beim Ergebnis nach Steuern waren sie von 206 Mill. Euro ausgegangen. Den erwarteten Rückgang zum Vorquartal hatten die Analysten vor allem mit der schwächeren Entwicklung an den Kapitalmärkten begründet. Für das Gesamtjahr 2000 hatten die Branchenexperten im Schnitt ein Vorsteuerergebnis von 2,75 Mrd. Euro prognostiziert, was zu einem guten Teil auf den Erlös aus dem Börsengang der comdirect zurückzuführen sei.

Die Bank teilte im Anschluss an die Sitzung des Aufsichtsrates weiter mit, dass das Gremium den Plänen des Vorstandes zur Neuorganisation der Bank zustimmend gegenüberstehe. Die Bank erwarte von der Umsetzung des Neustrukturierungsprojektes unter dem Namen C 21 eine kontinuierliche Steigerung der operativen Erträge. Im laufenden Jahr werde ein zusätzliches Ergebnis vor Steuern in Höhe von 140 Millionen Euro erwartet. Bis 2003 soll dieser Betrag bei rund einer Milliarde Euro liegen und im Jahr 2005 bei nahezu 1,6 Mrd. Euro.

Das Konzept, das die Bank in Grundzügen bereits bei der Präsentation der Neunmonatszahlen im Herbst vergangenen Jahres vorstellte, sieht unter anderem umfangreiche Investitionen in neue Technologien vor. Damit wolle die Commerzbank eine der führenden Internetbanken Europas bleiben, hieß es.

Darüber hinaus will die Bank im Inland 152 Filialen schließen. Diese Straffung des Filialnetzes werde bis 2005 mit 165 Mill. Euro ergebniswirksam werden. Der Ausbau der Allfinanz-Kooperation mit dem italienischen Versicherer Generali, der zu 10 % an der Commerzbank beteiligt ist, sowie weitere Vertriebsverbesserungen im Privatkundengeschäft würden zusammen rund 360 Millionen Euro erbringen, hieß es weiter. Im Zuge der Umstrukturierung sei kein Stellenabbau geplant.

Der Kurs der Commerzbank-Aktie gab nach Bekanntwerden der vorläufigen Zahlen nach. Bis zum frühen Nachmittag gab der Kurs der Aktie um rund zwei Prozent auf 30,65 Euro nach. Damit fiel er stärker als der Dax, der zur gleichen Zeit um rund 0,30 % im Minus lag.

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