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11.07.2000

22:00 Uhr

Commerzbank und Dresdner könnten Allianz Kontrolle der Vermögensverwaltung überlassen

Fusion: Großbanken verteilen bereits die Vorstandsposten

VonSTEFAN KEIDEL (GERHARD KUTSCHER)

Die Allianz könnte auch bei einer Fusion von Commerzbank und Dresdner Bank einer der Gewinner sein. Für eine mögliche Holdinglösung zeichnen sich Umrisse der Führungsmannschaft ab.

Bernd Fahrholz, Martin Kohlhaussen

Bernd Fahrholz, Martin Kohlhaussen

FRANKFURT/M. Dresdner Bank und Commerzbank werden möglicherweise für die Zustimmung der Dresdner-Großaktionärin Allianz zu einer Fusion der beiden Institute einen hohen Preis zahlen. Nach Informationen des Handelsblatts würde die Allianz bei der Umsetzung des von den Banken favorisierten Holdingmodells die Kontrolle über das wichtige Geschäftsfeld Vermögensverwaltung übernehmen. Der Plan sieht vor, dass alle drei Beteiligten ihre Aktivitäten in diesem Bereich zusammenführen. Die Allianz brächte über 640 Mrd. Euro des addierten Volumens von rund 1 000 Mrd. Euro mit und würde die Mehrheit am gemeinsamen Vermögensverwaltungsinstitut übernehmen.



Im wahrscheinlich achtköpfigen Vorstand einer Holding gäbe es kein Ressort Vermögensverwaltung. In dieser unter dem Konzerndach der Allianz angesiedelten Vermögensverwaltung würden dem Vernehmen nach Heinz J. Hockmann (Commerzbank) und Joachim Mädler (Dresdner) die Interessen der Bankenholding wahrnehmen. Joachim Faber wird als Allianz-Vertreter im Leitungsgremium dieses Bereichs gehandelt.



Nach Angaben aus informierten Kreisen besteht weitgehend Einigkeit, dass im Falle einer Fusion Dresdner-Bank-Chef Bernd Fahrholz Vorstandsvorsitzender der Bankholding würde. Klaus-Peter Müller von der Commerzbank ist als sein Stellvertreter im Gespräch. Der Aufsichtsratsvorsitz ist dem Vorstandschef der Commerzbank, Martin Kohlhaussen, zugedacht.



Vier der acht Holdingvorstände sollen die jeweiligen Chefs der nach einer Fusion auszugliedernden Geschäftsbereiche sein: Die Privatkundenbank soll Norbert Käsbeck von der Commerzbank leiten. Die Firmenkundenbank übernimmt entweder Klaus-Peter Müller oder dessen jetziger Vorstandskollege Andreas de Maizière. Die beiden Banken sind offenbar interessiert, die Allianz nicht nur am Asset-Management, sondern auch am Privatkundengeschäft zu beteiligen.



Die Investmentbank soll Leonhard H. Fischer (Dresdner) übernehmen. Die Transaktionsbank soll nach den jetzigen Plänen von Michael Paravicini (Commerzbank) geleitet werden. Bei den Zentralfunktionen scheint bisher nur klar zu sein, dass Horst Müller (Dresdner) zunächst die Verantwortung für Personal tragen soll. Ihm könnte zu einem späteren Zeitpunkt, zumindest nach Vorstellungen der Cobank, Andreas de Maizière nachfolgen. Die Commerzbank würde dem Vernehmen nach auch gerne Controlling und Risikomanagement übernehmen und hätte für Letzteres auch einen Kandidaten: Wolfgang Hartmann. Aber auch die Dresdner Bank strebt diese wichtigen Posten an.



Die Allianz wollte zu den Informationen des Handelsblatts keinen Kommentar abgeben. Am Mittwoch tagt die Hauptversammlung des Versicherers.

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