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26.01.2001

08:40 Uhr

Consumer Products rückläufig

Ericsson reduziert Erwartungen und beendet Handy-Produktion

Der schwedische Telekomausrüster LM Ericsson hat im Schlussquartal 2000 einen deutlichen Gewinnrückgang vor Steuern verzeichnet. Im vierten Quartal sei der Vorsteuergewinn um 46 % auf 4,6 Mrd. Kronen (umgerechnet 1,01 Mrd. DM) eingebrochen, teilte Ericsson am Freitag vor Börsenbeginn mit.

Reuters STOCKHOLM. Für das Gesamtjahr 2001 erwartet Ericsson nun nach eigenen Angaben ein Umsatzwachstum von 15 bis 20 % und eine operative Gewinnspanne von 6 bis 8 %. Zugleich kündigte der schwedische Konzern die Auslagerung seiner Handyproduktion an. Die Sparte Comsumer Products, in denen die Handygeschäfte angesiedelt sind, kam nach Konzern-Angaben bei rückläufigen Umsätzen nicht aus den Verlusten heraus. Analysten sehen in den Zahlen ein uneinheitliches Bild. Nach Börseneröffnung in Stockholm gaben Ericsson im Handelsverlauf über 12 % nach.

Nach Angaben des schwedischen Konzerns sank der Gewinn je Aktie im vierten Quartal auf 0,28 Kronen von 0,78 Kronen im entsprechenden Vorjahresquartal. Der Umsatz sei allerdings auf 82,1 Mrd. von zuvor 73,8 Mrd. Kronen gestiegen, hieß es weiter. Die Handysparte Comsumer Products habe im vierten Quartal einen operativen Verlust wie von Analysten erwartet von 10,3 Mrd. Kronen und im Gesamtjahr 2000 von 16,2 Mrd. Kronen verbucht, hieß es weiter. Dabei sei der Umsatz der Sparte im vierten Quartal auf 13,9 Mrd. Kronen von zuvor 16,6 Mrd. Kronen im Schlussquartal 1999 zurückgegangen.

Strategische Partnerschaft zur Handyproduktion mit Flextronics

"Die Ergebnisse in unserem Mobiltelefongeschäft, obgleich sie im Rahmen der Erwartungen ausfielen, bleiben unbefriedigend," sagte Ericsson-Chef Kurt Hellstrom. Daher habe sich der Konzern entschieden, die Produktion von Mobiltelefonen auszulagern, sagte Hellstrom. Ende des dritten Quartals hatte Ericsson die Handysparte noch zum Kerngeschäft gezählt. Zugleich teilte Ericsson mit, mit dem US-Elektronikunternehmen Flextronics eine strategische Partnerschaft zur Handyproduktion vereinbart zu haben, um die Kosten zu senken. Seit dem zweiten Quartal 2000 ist die Sparte Verlust bringend, wofür Ericsson Engpässe bei der Lieferung von Komponenten sowie einen nicht wettbewerbsfähigen Produktmix verantwortlich machte.

Ericsson

ist der weltweit drittgrößte Handyproduzent. Der zweitplatzierte US-Konzern Motorola hatte Mitte Januar nach gesenkten Unternehmensprognosen die Erwartungen der Analysten erfüllt. Motorola hatte im Jahr 2000 Weltmarktanteile verloren. Weltmarktführer Nokia will seine jüngsten Geschäftszahlen am Dienstag bekannt geben.

Im Gesamtjahr 2000 verzeichnete Ericsson im Konzern einen Anstieg des Gewinns vor Steuern auf 28,7 Mrd. Kronen. 1999 hatte der schwedische Konzern noch ein Vorsteuerergebnis von 16,4 Mrd. Kronen erwirtschaftet. Pro Aktie habe sich der Gewinn auf 2,65 Kronen erhöht, verglichen mit 1,54 Kronen 1999. Zugleich habe der Umsatz auf 273,6 Mrd. Kronen von zuvor 215,4 Mrd. Kronen zugenommen, hieß es weiter.

"Einige Zahlen sind gut, andere schlecht," sagte Susan Anthony, Analystin bei der Credit Lyonnais. Der Mobiltelefon-Absatz sei deutlich niedriger ausgefallen als erwartet. Zugleich merkte sie an, das Restrukturierungsprogramm bei Ericsson sei nur eine halbe Sache und stelle keine umfassende Lösung dar. Michael Schroder von der Opstock merkte an, Ericssons Entscheidung, Produktion und Zulieferung auszugliedern sei ein weiterer Schritt in der Konzernstrategie. "Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob das ausreicht, da der Markt mehr erwartet hatte," sagte Schroder.

In seiner Netzwerksparte erwirtschaftete Ericsson hingegen im vierten Quartal einen operativen Gewinn von 9,4 Mrd. Kronen. Im Gesamtjahr 2000 lag er den Angaben zufolge bei 33,1 Mrd. Kronen. Der Quartalsumsatz habe auf 61,4 Mrd. Kronen zugelegt, verglichen mit 50,7 Mrd. im Schlussquartal 1999.

An der Stockholmer Börse gaben Ericsson im Handelsverlauf 15,5 Kronen auf 103,00 Kronen nach. Dort hatten Ericsson am Donnerstag bei 118,5 Kronen geschlossen.

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