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17.01.2001

19:00 Uhr

Credit Suisse

Zuversicht bei Firmenanleihen

Die Analysten von Credit Suisse First Boston sehen gute Chancen bei ausgewählten Unternehmensanleihen. Interessant seien Branchen wie Handel oder Medien. Auch Dresdner Kleinwort Wasserstein oder Goldman Sachs raten Anleihen, bevorzugen aber andere Branchen.

jojo/pot MÜNCHEN/FRANKFURT. Die Analysten von Credit Suisse First Boston (CSFB) betrachten den Markt für Firmenanleihen im neuen Jahr mit verhaltenem Optimismus. "Es wird in verschiedenen Branchen durchaus gute Anlage-Chancen geben", sagte Said Saffari gestern in München. Der Chef des CSFB-European-Credit-Research erwartet vor allem bei Firmen mit einem Rating von BBB/AA- zahlreiche Investitionsmöglichkeiten, die über den Telekomsektor hinaus gehen. Bislang waren es vor allem Telekom-Unternehmen, die mit einem solchen Rating Bonds aufgelegt hatten. Weil es schwieriger werde, sich am Aktienmarkt zu finanzieren, würden mehr Anleihen emittieren.

Die Analysten legen den Anlegern vor allem Investitionen in ausgewählte Firmen aus den Branchen Handel, Tabak, Medien und Verbrauchsgüter nahe. Dieser Bereich böte eine gute Absicherung gegen die Unsicherheiten in anderen Sektoren. Zu den Favoriten von CSFB zählen die Tabakriesen Imperial Tobaco und BAT, die Supermarkt-Ketten Safeway, Carrefour und Tesco, die Konsumgüter-Hersteller Diageo und Great Universal Stores sowie die Medienfirmen VNU und BSkyB.

"Wenig negative Überraschungen" erwartet CSFB-Analyst Andrei Gorodilov aus der Telekom-Branche. "Hier wird es wohl keine großen Herabstufungen durch die Ratingagenturen geben", ist Gorodilov überzeugt. Die europäischen Telefon-Riesen müssten allerdings "beweisen, dass sie nach den großen Investitionen der vergangenen Jahre jetzt auch Profit machen können". Und noch etwas legt er den Firmen nahe: "Die Schuldenreduzierung ist absolut wichtig." Weil ihre Verschuldung überschaubar ist, empfiehlt Gorodilov Vodafone und Cable&Wireless. Darüber hinaus seien auch der griechische Telekom-Monopolist OTE und Portugal Telecom relativ sichere Investitionskandidaten.

Für den Bankensektor gilt zurückhaltender Optimismus

Mit zurückhaltendem Optimismus betrachtet CSFB den Bankensektor. Die Analysten raten, bevorzugt die Papiere großer Institute zu kaufen. Deren Vorteil: Sie sind in zahlreichen Geschäftsfeldern und Regionen vertreten und deshalb weniger gefährdet, wenn einzelne Bereiche einbrechen.

Auch Dresdner Kleinwort Wasserstein (DKW) ist hinsichtlich von Unternehmensanleihen recht positiv gestimmt. Diese dürften im laufenden Jahr höhere Erträge abwerfen als Staatsbonds, heißt es. Bei der Branchenauswahl setzt DKW allerdings andere Akzente als CSFB. Neben Tabaktiteln sollten auch Banken überdurchschnittlich gewichtet werden. Bevorzugt werden sollten Kreditinstitute mit einem starkem Vertriebsnetz, einem diversifizierten Geschäftsmodell und begrenztem Engagement in Schwellenländern und im Investmentbanking. Dazu zählten die britischen Banken Barclays und Royal Bank of Scotland, die italienische Sanpaolo IMI sowie der portugiesische Banco Comercial Portugues. Dagegen sollten Telekom-Anleihen untergewichtet werden. Die anhaltende Schwäche der Aktienmärkte könnte die Pläne von Telekomriesen unterminieren, zum Abbau von Schulden Tochtergesellschaften an die Börse zu bringen. Dies wiederum könnte die Rating-Agenturen zu Rückstufungen veranlassen. Erst Anfang der Woche hatte Standard &Poor?s die holländsche KPN zurückgestuft.

Dass sich die Fachwelt hinsichtlich der Chancen einzelner Branchen längst nicht einig ist, lässt sich daran ablesen, dass Goldman Sachs Anfang der Woche eine entgegen gesetzte Strategie verkündet hatte. Die amerikanische Investmentbank rät unter anderem bei Telekompapieren zur Übergewichtung und bei Banken zu Vorsicht.

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