Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.02.2001

13:54 Uhr

"Cyberkriminalität" auf dem Weltwirtschaftsgipfel

Hacker knackten Daten von WEF-Teilnehmern

Hacker haben vertrauliche Daten von Teilnehmern des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos geknackt. Darunter sind Kreditkartennummern, Passwörter, private Telefon- und Handy-Nummern etwa des südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki, von Palästinenserpräsident Jassir Arafat, dem designierten Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, und der ehemaligen amerikanischen Außenministerin Madeleine Albright.

dpa GENF. Das berichtet die Schweizer "Sonntagszeitung", der anonym eine CD mit den Daten zugespielt worden war. "Das ist ein Fall von Cyberkriminalität", sagte der Kommunikationschef des WEF, Charles McLean, der Zeitung. "Wir haben sofort die Polizei verständigt." Die Kreditkartenunternehmen haben die Karten weltweit gesperrt.

Die Hacker hatten einen WEF-Server geknackt, auf dem die vertraulichen Daten von Teilnehmern des Treffens der letzten Jahre gespeichert waren. Insgesamt seien auf der CD 80 000 DIN-A-4-Seiten Daten gespeichert, schrieb die "Sonntagszeitung". Bislang hätten die Hacker die Daten noch nicht benutzt. Mit den Angaben ließen sich im Internet teure Flugreisen und Hotels buchen, Pornoseiten abonnieren und teure Telefongespräche führen.

Protest gegen Polizeieinsatz

Gegner des WEF protestierten am Samstag in Bern friedlich gegen den massiven Polizeieinsatz, der vor einer Woche eine Kundgebung gegen das Forum in Davos verhindert hatte. Der Protest der rund 1000 Demo-Teilnehmer verlief nach Angaben der Polizei friedlich. Die Demonstranten forderten auf Transparenten "freie Meinungsäußerung und Bewegungsfreiheit".

Der Zorn der Demonstranten, die nicht nach Davos vordringen konnten, hatte sich später in Zürich entladen. Bei Krawallen setzten dort Dutzende von Chaoten in der Nacht zum vergangenen Sonntag Autos und Container in Brand und warfen Fensterscheiben ein.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×