Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.04.2003

23:35 Uhr

Dämpfer durch Konjunkturdaten

Wall Street schließt leichter

Nach der Kursrally am Vortag haben schwache Konjunkturdaten den US-Börsen am Donnerstag kurzfristig einen Dämpfer versetzt. Die Hoffnung auf ein schnelles Ende des Krieges sei für die Anleger weiterhin bedeutender als Nachrichten über die Schwäche der US-Wirtschaft, sagten Analysten.

Reuters NEW YORK. Der Standardwerte-Index Dow Jones notierte 0,54 % niedriger bei 8240 Punkten. Der Nasdaq-Index tendierte um 0,01 % niedriger bei 1397 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index lag 0,51 % im Minus bei 876 Punkten.

Das Institute for Supply Management (ISM) hatte kurz nach Handelsbeginn einen überraschend starken Rückgang seines Service-Index bekannt gegeben. Demnach sank der Index zum Dienstleistungssektor im März auf 47,9 Punkte nach 53,9 Zählern im Februar. Mit unter 50 Punkten signalisierte er eine rückläufige Geschäftstätigkeit. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Rückgang auf lediglich 52,3 Punkte gerechnet.

Analysten maßen den Zahlen aber angesichts des dominierenden Themas Irak-Krieg weniger Gewicht bei. "Die Wirtschaftsdaten waren relativ schwach, aber das dürfte letztlich nicht von zu hoher Bedeutung gewesen sein", sagte Bill Strazzullo von State Street Global Markets. "Die Leute schauen auf die Zahlen und sagen: Man kann nicht die Wirtschaftsdaten bewerten, bevor es eine Lösung im Irak gibt."

Gestützt wurde der Markt von der Hoffnung, dass der Vormarsch der US-Streitkräfte auf die irakische Hauptstadt Bagdad ein schnelles Ende des Krieges andeuten könnte. Am Donnerstag hatten führende Vertreter des US-Verteidigungsministeriums mitgeteilt, die USA und ihre Verbündeten hätten 45 % des irakischen Gebietes eingenommen.

Der Kursanstieg der Aktien von Altria, Mutterkonzern des weltgrößten Zigarettenherstellers Philip Morris, sorgte für einen zeitweisen Zuwachs beim Dow-Jones-Index. Altria-Titel legten zeitweise um mehr als vier Prozent auf 30,90 Dollar zu, gaben dann aber wieder nach und schlossen bei 29,70 Dollar mit einem geringen Plus von 0,05 %. Das Unternehmen war zuletzt auf Grund eines Gerichtsverfahrens stark unter Druck geraten.

Die Aktien des Computerherstellers Dell stiegen zeitweise um mehr als drei Prozent auf 29 Dollar, schlossen dann aber bei 28,67 Dollar - ein Plus von 0,6 %. Der Konzern hatte am Vorabend nach Börsenschluss seine Umsatzprognose für das laufende Quartal bekräftigt.

Der Aktienkurs des Reifenherstellers Goodyear zog um rund sechs Prozent auf 5,74 Dollar an. Die Aktien hatten im vergangenen Jahr rund 70 % ihres Wertes eingebüßt. Goodyear hatte am Donnerstag den stärksten Quartalsverlust seit mehr als zehn Jahren bekannt gegeben.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,35 Mrd. Aktien den Besitzer. 1448 Werte legten zu, 1780 gaben nach und 175 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,43 Mrd. Aktien 1521 im Plus, 1579 im Minus und drei unveränder. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 4/32 auf 99-22/32. Sie rentierten mit 3,913 %. Die 30-jährigen Bonds verloren 5/32 auf 106-19/32 und hatten eine Rendite von 4,935 %.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×