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31.01.2003

15:55 Uhr

Daimler-Chrysler-Führung verjüngt

Schrempp krempelt den Vorstand um

Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp hat den Vorstand des Autokonzerns erwartungsgemäß verjüngt und verkleinert. Neu in das Führungsgremium des Konzerns kommt der 43-jährige Bodo Uebber, der das Geschäftsfeld Services übernimmt, teilte die Daimler-Chrysler AG am Freitag in Stuttgart nach einer Aufsichtsratssitzung mit.

Jürgen Schrempp baut den Daimler-Chrysler-Vorstand um. Foto: dpa

Jürgen Schrempp baut den Daimler-Chrysler-Vorstand um. Foto: dpa

HB/dpa STUTTGART. Sein Vorgänger Klaus Mangold (59) scheidet ebenso aus wie Manfred Bischoff (60/Luftfahrt) und der Amerikaner Gary Valade (60/Einkauf). Der Vertrag von Finanzchef Manfred Gentz (61) wird um ein Jahr verlängert. Chrysler-Chef Dieter Zetsche und Nutzfahrzeug-Vorstand Eckhard Cordes, die praktisch "gesetzt" waren, bekamen ihre Verträge fünf Jahre verlängert. Statt 13 werden ab Dezember 2003 nur noch 11 Vorstände die Geschicke des drittgrößten Autokonzerns der Welt leiten.

Der Umbau des Vorstandes, der schon länger angekündigt war, blieb damit ohne große Überraschungen. Dass Gerüst mit Vorstandchef Jürgen Schrempp und Mercedes Car Group-Boss Jürgen Hubbert (beide bis 2005) sowie Zetsche und Cordes blieb stabil, die jüngeren Hoffnungsträger wie Wolfgang Bernhardt (42/Chrysler) und Rüdiger Grube (51/Konzententwicklung) sowie der zu Jahresanfang bestellte Forschungschef Thomas Weber (48) und Uebber (zunächst für drei Jahre bestellt) sorgen für die von Schrempp angestrebte richtige Mischung aus jüngeren und älteren Vorständen.

Dass Gentz zunächst nur ein Jahr weitermachen kann, liegt an einer internen Regelung, wonach die Verträge von Vorständen, die über 60 Jahre alt sind, nur um jeweils ein Jahr verlängert werden können. Lediglich für Hubbert war einmal eine Ausnahme gemacht worden. Wie aus Konzernkreisen zu erfahren war, dürfte eine erneute Vertragsverlängerung von Gentz außer Frage stehen, Schrempp schätze Gentz sehr.

Dass nur noch ein Amerikaner im Vorstand des deutsch- amerikanischen Autokonzerns sitzt, war zu erwarten. Die Positionen von Thomas Sidlik und Gary Valade boten zu viele Überschneidungen. Sidlik (weltweiter Einkauf) bleibt nun für weitere fünf Jahre im Führungsgremium, Valade, der in Detroit als "elder statesman" von Chrysler geschätzt wird, wird Schrempp weiterhin beraten. In Detroit werden derweil schon amerikanische Kandidaten betrachtet, die in einigen Jahren Zetsche als Chrysler-Chef ablösen können.

Auch die beiden ausscheidenden Vorstände Bischoff und Mangold werden weitere wichtige Funktionen bekleiden: Bischoff wird sich künftig auf die Luftfahrt konzentrieren und weiter Chairman beim europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS bleiben. Damit werde die Kontinuität der Interessensvertretung des Konzerns in der europäschen Luft- und Raumfahrt gewahrt. Der immer wieder ins Spiel gebrachte Verkauf der Daimler-Chrysler-Anteile an EADS ist über Jahre hinaus kein Thema, war zu erfahren. Mangold wird künftig den Ausbau der Geschäfte des Konzerns in Mittel- und Osteuropa unterstützen.

Nachdem die Personalien geklärt sind, wird der Konzern am kommenden Dienstag (4.2.) seine Finanzdaten für das abgelaufene Geschäftsjahr veröffentlichen. Nachdem Umsatz (knapp 150 Milliarden Euro) und operativer Gewinn (über 5 Milliarden Euro) schon bekannt sind, konzentriert sich das Interesse auf die Dividende. Sie war wegen der miserablen Zahlen im Vorjahr von 2,35 auf 1,00 Euro gekürzt worden. Eine Schätzung von 38 europäischen Analysten, die dpa vorliegt, reicht von einer unveränderten Dividende bis zu 2,03 Euro. Der Durchschnitt liegt bei 1,31 Euro, aber es wird eher mit einer höheren Ausschüttung gerechnet.

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