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26.06.2000

12:50 Uhr

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Daimler-Chrysler: Stark im Markt, aber schwach an der Börse

Seit der spektakulären Fusion von Daimler-Benz und Chrysler im Frühjahr 1998 hat sich der deutsch-amerikanische Daimler-Chrysler-Konzern im Markt stark entwickelt. Mit einem Umsatz von 150 Mrd. Euro (293,4 Mrd. DM) lag der transatlantische Konzern 1999 hinter General Motors und Ford weltweit auf Rang drei.

dpa STUTTGART. Beim Fahrzeugabsatz wurde im Vorjahr knapp hinter VW mit 4,86 Mill. Stück der fünfte Platz erreicht. Das Betriebsergebnis stieg auf den Rekordwert von elf Mrd. Euro. Doch trotz der positiven Zahlen ging es mit dem Börsenkurs seit dem Sommer 1999 stetig bergab. Am Montagmittag wurde sie mit 56,70 Euro (plus 0,9 %) gehandelt; im Juli 1999 war die Aktie noch 89,15 Euro wert gewesen.

Der Daimler-Chrysler-Vorstandsvorsitzende Jürgen Schrempp bemüht sich darum, den Konzern immer globaler auszurichten. Im März wurde eine 34-prozentige Beteiligung am japanischen Autobauer Mitsubishi vereinbart. Sie kostete 2,1 Mrd. Euro (4,1 Mrd. DM). Außerdem steht DaimlerChrysler maßgeblich hinter der Bildung des weltgrößten E-Commerce-Unternehmens Covisint, an dem auch die Autokonzerne General Motors, Ford und Renault/Nissan beteiligt sind. Die Internet- Welt und die Dienstleistungen rund ums Auto sollen laut Schrempp künftig mehr im Zentrum des deutsch-amerikanischen Konzerns stehen.

Daimler-Chrysler hat in den vergangenen Monaten konsequent den Weg zum reinen Automobilkonzern eingeschlagen. Das in der DASA vereinte Geschäft mit der Luft- und Raumfahrt sowie Rüstung ist im neuen europäischen EADS-Konzern aufgegangen. Verkauft wurden das Telekommunikationsgeschäft der debitel sowie die Mehrheit an Informationstechnik-Dienstleister debis-Systemhaus.

Flott voran fährt Daimler-Chrysler im Autogeschäft. 1999 wurden hier Umsatz- und Absatzrekorde erzielt. Der Umsatz stieg um 15 % auf 128,9 Mrd. Euro. Der Absatz nahm um fast 400 000 Stück zu. Erstmals konnte Mercedes-Benz/smart mehr als eine Million Autos verkaufen und 38,12 Mrd. Euro umsetzen. Die Chrysler Group setzte mehr als 3,2 Mill. Autos ab und erhöhte den Umsatz um 14 % auf 64,1 Mrd. Euro.

Schrempp steht seit April allein an der Spitze von DaimlerChrysler. Der amerikanische Co-Vorstandsvorsitzende Bob Eaton zog sich in den Ruhestand zurück. Neben Schrempp besteht der Vorstand aus zwölf weiteren Mitgliedern, darunter nur vier US-Amerikanern.

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