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12.01.2001

20:05 Uhr

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Daimler-Chrysler vor Nutzfahrzeug-Joint-Venture in China

Der Daimler-Chrysler-Konzern hat für seine Nutzfahrzeugsparte auch China ins Visier genommen und befindet sich nach Angaben von Nutzfahrzeug-Vorstand Eckhard Cordes in "intensiven Gesprächen" über ein Joint Venture. Cordes sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag in Brüssel, Daimler-Chrysler verhandele mit einem führenden chinesischen Konzern über ein Gemeinschaftsunternehmen.

Reuters BRÜSSEL. "Wir sind in intensiven Gesprächen, um herauszufinden, ob wir zusammengehen können." Bis Ende des Quartals sollten zudem in Korea Gespräche mit Hyundai zu einem Joint Venture abgeschlossen werden. Wenn Volvo seine Kooperation mit Mitsubishi bei Nutzfahrzeugen beenden sollte, sei Daimler-Chrysler hier ebenfalls interessiert, sagte Cordes ferner.

Der Chef der Lkw-Sparte von Volvo, Tryggve Sthen, sagte Reuters ebenfalls am Rande einer Fahrzeugmesse in Brüssel, Volvo habe weiter eine Allianz mit Mitsubishi bei Nutzfahrzeugen. "Wir sind aber nicht glücklich mit der Situation mit Daimler-Chrysler", sagte er weiter. DaimlerChrysler ist mit Mitsubishi eine Allianz im Pkw-Bereich eingegangen und hält 34 % der Anteile. Mit Volvo arbeitet der japanische Konzern bei Lastwagen zusammen. Volvo diskutiere seit einiger Zeit mit Mitsubishi, sagte Sthen. Es müsse eine Lösung gefunden werden. Es sei aber unklar, ob dies 2001 gelingen werde.

Cordes sagte weiter, derzeit sei die Position von Daimler-Chrysler in Asien "relativ schwach". Zugleich nehme der Konzern an, dass in Asien mittel- und langfristig ein Drittel des globalen Inlandsprodukts erwirtschaftet werde. Ein globales Unternehmen müsse deshalb in Asien präsent zu sein. "Da unsere Position relativ schwach ist, kamen wir zu dem Schluss, dass wir Partner brauchen", sagte er.

Zu Mitsubishi sagte Cordes, das Unternehmen sei Partner von Daimler-Chrysler bei Autos, aber wegen der Allianz mit Volvo "leider nicht im Nutzfahrzeugmarkt". Wenn Volvo seinen Anteil verkaufe, "würden wir den Ausbau der Partnerschaft mit Mitsubishi erwägen, und Nutzfahrzeuge könnten dann ein Teil werden". Er habe derzeit aber keinen Anlass anzunehmen, dass Volvo aussteige, sagte Cordes.

In Korea halte Daimler-Chrysler an Hyundai zehn Prozent, ergänzte er. Im Jahr 2003 könne der Anteil um fünf Prozent aufgestockt werden. Derzeit verhandele Daimler-Chrysler mit Hyundai über ein Gemeinschaftsunternehmen, bei dem es um Fahrzeuge in der Klasse über fünf bis sechs Tonnen gehe. Die Gespräche sollten bis Ende des ersten Quartals 2001 abgeschlossen werden. Konkret umgesetzt könne das Geschäft dann bis frühestens in der zweiten Hälfte 2001.

Cordes hatte zuvor in Brüssel erklärt, Daimler-Chrysler wolle bei Nutzfahrzeugen trotz eines erwartet schärferen Wettbewerbs seinen Absatz binnen drei Jahren auf mindestens 600 000 Einheiten steigern. Im abgelaufenen Jahr sei der Absatz allerdings um knapp 6000 auf rund 549 000 Transporter, Omnibusse und Lkw gesunken. Bereits 2001 hoffe man aber wieder auf leichte Zuwächse. Bei schweren Lkw erwarte er in den USA eine eher rückläufige Entwicklung und schließe für diesen Fall dort weitere Entlassungen nicht aus, sagte Cordes weiter. Im Jahr 2002 rechne er aber in dieser Sparte in den USA mit einer Wiederbelebung.

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