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19.07.2000

16:25 Uhr

DaimlerChrysler-Aktie um rund dreieinhalb Prozent gestiegen

Spekulationen um ADtranz-Verkauf an Bombardier

DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp will sich mit dem Verkauf angeblich noch stärker auf das Autogeschäft konzentrieren

Reuters BERLIN. Die Verkaufs-Gerüchte über den Bahntechnik-Anbieter ADtranz haben am Mittwoch neue Nahrung erhalten. Nach Informationen des Hamburger "Manager Magazin" steht die Abgabe der DaimlerChrysler-Tochter an den kanadischen Bombardier-Konzern unmittelbar bevor. DaimlerChrysler wollte den Bericht weder bestätigen noch dementieren. ADtranz selbst lehnte eine Stellungnahme ab. Das Bundeskartellamt hat nach eigenen Angaben bisher keine Anmeldung des Zusammenschlusses erhalten. Bis zum Mittag stieg der Kurs der DaimlerChrysler-Aktie an der Frankfurter Börse um rund dreieinhalb Prozent auf rund 59 Euro.

Das Stuttgarter Unternehmen halte den Kaufpreis für ADtranz noch geheim, hieß es im Bericht. Man komme jedoch ohne Verlust aus dem Engagement heraus. DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp wolle sich mit dem Verkauf noch stärker auf das Autogeschäft konzentrieren. Bereits im Anfang Juli habe sich der Konzern mit dem Börsengang des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS aus diesem Bereich zurückgezogen. Die EADS ist aus einer Fusion der DaimlerChrysler-Tochter DASA, der französischen Aerospatiale Matra sowie der spanischen Casa hervorgegangen. DaimlerChrysler ist mit rund 30 % größter Einzelaktionär.

Eine Sprecherin des Konzerns wollte sich inhaltlich nicht zu dem Bericht über den Verkauf äußern: "Das ist Spekulation und zu Spekulationen nehmen wir keine Stellung." Auch ein DWA-Sprecher sagte, er könne über die Meldung "nicht das geringste sagen". Bei ADtranz selbst verwies man auf die Aussage des Mutterhauses. Ein Sprecher des Bundeskartellamtes sagte, der Behörde liege kein Antrag auf eine Übernahme von ADtranz vor. ADtranz und Bombardier konkurrieren auf dem westeuropäischen Bahntechnik-Markt im Wesentlichen nur noch mit Alstom und Siemens.

In den vergangenen Wochen war in Berichten mehrfach über eine Fusion des Unternehmens mit der DWA spekuliert worden. ADtranz hatte auch dies als "Spekulation" zurückgewiesen. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben der weltweit führende Anbieter von Bahnsystemen und Schienentechnik. Es beschäftigt insgesamt rund 23 000 Mitarbeiter. ADtranz will in diesem Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben, nachdem es zuvor über mehrere Jahre hinweg negative Geschäftsergebnisse verbucht hatte. Bis zum Jahr 2002 soll der Umsatz nach den Plänen des Unternehmens auf fünf Mrd. Euro von 3,8 Mrd. Euro im vergangenen Jahr steigen. Mittelfristig peilt ADtranz eine Steigerung der Umsatzrendite auf fünf Prozent vor Steuern an.

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