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26.06.2000

12:42 Uhr

dpa NEW YORK. In Asien geht für die westlichen Autokonzerne die Sonne auf. Von DaimlerChrysler über General Motors und Ford bis zu Volkswagen und Renault stecken die Großunternehmen in Fernost ihre Reviere ab. Drei Länder stellen bisher rund 70 % des asiatischen Marktes: Japan, Südkorea und China. Dazu kommen große Wachstumsmärkte der Zukunft von Indien bis Indonesien.

Wer jetzt in Asien nicht zum Zuge kommt, verspielt vielleicht seine Zukunft als Weltkonzern. Deshalb mehren sich die Beteiligungen westlicher Autokonzerne an asiatischen Herstellern. Sie wollen nicht nur Marktanteile in Asien, sondern auch billige Produktionsstätten sowie Kostensenkung durch Gemeinschaftsvorhaben.

DaimlerChrysler gelang mit dem Erwerb von zehn Prozent an Hyundai Motor ein echter Coup. Der koreanische Branchenprimus hält in Südkorea 70 % des Pkw-Marktes und 90 % des Lkw-Marktes. Beide Unternehmen wollen nun im Kleinwagensegment kooperieren, gemeinsam Lastwagen bauen und für den koreanischen Branchenzweiten Daewoo Motor bieten. Bei Daewoo treten sie gegen General Motors/Fiat und Ford an.

DaimlerChrysler erst kürzlich mit 34 % an Mitsubishi beteiligt



Erst kürzlich hatte sich DaimlerChrysler mit 34 % an der japanischen Mitsubishi Motor beteiligt. Hyundai hatte die südkoreanischen Marken KIA, Asian Motor und Ssanyong übernommen. Daewoo war wegen der Asienkrise, Überkapazitäten und Überschuldung in Schwierigkeiten geraten. Das Unternehmen mit einer Gesamtkapazität von mehr als zwei Mill. Fahrzeugen fertigt auch in anderen asiatischen Ländern sowie in Europa.

General Motors will seinen Marktanteil in Asien bis 2005 von fünf auf zehn Prozent verdoppeln. Der Weltmarktführer ist mit 49 % an der japanischen Autofirma Isuzu und mit zehn Prozent an dem japanischen Kleinwagenanbieter Suzuki beteiligt. Für 1,4 Mrd. $ erwarb GM zudem kürzlich einen 20-prozentigen Anteil an der japanischen Fuji Heavy Industries, die Subaru-Pkw produziert. GM hat auch Milliardensummen in China investiert und produziert dort gemeinsam mit der Shanghai Automobile Personenwagen.

Ford ist am japanischen Autohersteller Mazda zu 33 % beteiligt. Der zweitgrößte Autokonzern der Welt will mit einem Kauf von Daewoo ebenfalls in großem Stil in den bisher geschlossenen südkoreanischen Markt einsteigen. Außerdem verhandelt Ford mit der Chan An Automobile Group über den Bau eines Autowerks in China.

Renault ist mit 36,8 % beim angeschlagenen japanischen Autohersteller Nissan eingestiegen und will den kleinen südkoreanischen Anbieter Samsung kaufen. Damit hat der französische Konzern die gefährliche Konzentration auf Europa überwunden und sich erfolgreich in Asien aufgestellt. Der europäische Marktführer Volkswagen ist bereits in China größter ausländischer Hersteller. In China sind neben VW und GM auch die VW-Tochter Audi sowie Fiat, Honda und Hyundai vertreten. Die starke japanische Honda-Gruppe und der japanische Branchenprimus Toyota, der 51 % an der japanischen Daihatsu hält, expandieren ihrerseits im Alleingang rasant in den USA und Europa.

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