Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.02.2002

19:46 Uhr

Damen-Abfahrt wegen starker Böen abgesagt

Hilde Gerg muss auf Gold-Chance warten

Vondpa

Starker Wind am Mount Allen hat am Montag für die erste Absage bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City gesorgt und Gold-Favoritin Hilde Gerg in die Warteschleife geschickt. Die Abfahrt der alpinen Skirennläuferinnen, der Auftakt-Wettbewerb für die deutschen Damen, musste nach anfänglicher Verschiebung komplett ausfallen, weil starke Böen im oberen Streckenbereich der "Wildflower"-Piste keinen fairen Wettbewerb zugelassen hätten. Neuer Termin für das Rennen ist der Dienstag. "Wir müssen erst mal durchatmen und uns überlegen, was wir machen", sagte der deutsche Cheftrainer Wolfgang Maier.

Hilde Gerg. Foto: dpa

Hilde Gerg. Foto: dpa

SALT LAKE CITY. Am Dienstag hat Hilde Gerg die Chance, Gold in der alpinen "Königsdisziplin" zu holen und vier Jahre nach ihrem Slalom- Olympiasieg von Nagano auch im schnellsten alpinen Wettbewerb zu triumphieren. Das Damen-Team des Deutschen Skiverbandes (DSV) könnte sogar einen olympischen Hattrick schaffen. Die Abfahrt war bisher meist eine deutsche Domäne gewesen: Bei den letzten beiden Winterspielen in Lillehammer (1994) und Nagano (1998) hatte jeweils Katja Seizinger (Halblech) Gold geholt.

Hilde Gerg, die nach ihrem schlimmen Beinbruch im Februar 2000 lange pausieren und sogar um die Fortsetzung ihrer Karriere bangen musste, hat ein grandioses Comeback hinter sich und gilt mit insgesamt vier Saisonsiegen im Weltcup nun als Olympia-Favoritin. Auch in der zweiten schnellen Disziplin, dem Super-G am Sonntag, ist Gold für die 26-Jährige aus Lenggries möglich, in der Kombination (Donnerstag) hat sie ebenfalls Medaillenchancen.

Doch vorerst mussten sich Gerg und Co. in Geduld üben. In Snowbasin schien zwar die Sonne, aber im obersten Streckenabschnitt fegten die Böen so stark über die Piste, dass es nach Angaben von Christian Knauth, dem Sprecher des Internationalen Skiverbandes (FIS), keinen fairen Wettkampf gegeben hätte.

Erstmals in der Olympia-Geschichte müssen die Damen eine längere Abfahrt als die Herren bewältigen. Die "Wildflower"-Piste misst 3,14 Kilometer, während die Herren am Sonntag auf der "Grizzly"-Strecke 124 Meter weniger unterwegs waren. Von den Rennläuferinnen wurde die vom Schweizer Pisten-Spezialisten Bernhard Russi entworfenen Abfahrt als technisch anspruchsvoll, aber nicht besonders schwierig eingestuft. "Absolut olympia-würdig", so Hilde Gerg.

Unterdessen scheint "Sorgenkind" Martina Ertl pünktlich vor dem Kombinations-Wettbewerb wieder in Form zu kommen. Im Abfahrtstraining am Sonntag sorgte sie als Sechste für Aufsehen. Die Lenggrieserin tankte dadurch wieder Selbstvertrauen. "Ich habe wieder Spaß am Skifahren, aber Erwartungen habe ich keine", sagte die Kombinations- Weltmeisterin. Ein Start in der Spezialabfahrt stand dennoch nicht zur Debatte. "Ich will Martina nicht verheizen", sagte Trainer Maier.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×