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31.01.2002

20:40 Uhr

Dank positiver Vorgaben aus den USA

Wachstumswerte machen Boden gut

VonANNA TRÖMEL

US-Notenbankchef Alan Greenspan hat nicht nur die Anleger in den Vereinigten Staaten besänftigt. Auch am Neuen Markt sorgte er am Donnerstag zumindest indirekt für steigende Kurse: Der Schlussspurt, für den er am Vorabend an der Technologiebörse Nasdaq gesorgt hatte, färbte ab.

FRANKFURT/M. Den Fans des Neuen Marktes ist am Donnerstag ein Stein vom Herzen gefallen. Nach zwei von deutlichen Verlusten geprägten Handelstagen in Folge zogen die Kurse endlich wieder an und behaupteten sich weit jenseits der magischen 1 000-Punkte-Marke. Es mag jedoch sein, dass dieser Stein vom Herzen direkt auf den Fuß fallen wird: In den vergangenen Monaten hatten kurze Erholungsphasen häufig nur Phasen noch drastischer Verluste eingeläutet. Am Donnerstag konnten sich die Inhaber von Index-Zertifikaten jedoch erst einmal über ein Plus von 1,5 % auf 1 106 Zähler im Nemax und von 2,1 % auf 1 147 Punkte im Nemax 50 freuen.

Wenig Grund zur Freude hatte indes die Comroad AG. Das Unternehmen, das im Streit mit dem Anlegermagazin "Börse Online", vor Gericht gezogen war, sieht sich neuen Vorwürfen ausgesetzt. Die Journalisten hatten Zweifel an den von Vorstandschef Bodo Schnabel verkündeten Partnerschaften des Telematik-Spezialisten angemeldet. Vor Gericht legte Schnabel daraufhin eine Liste mit den Adressen von acht Partnern in Asien vor. Nach Angaben von "Börse Online" bestritten einige der dort aufgeführten Unternehmen dies. Comroad verwehrte sich gegen diese Vorwürfe und kündigte neue gerichtliche Schritte gegen das Blatt an. Am höchst sensibilisierten Neuen Markt überzeugte die Geschichte aber offenbar: Der Aktienkurs brach um 18 % auf 7,13 Euro ein.

Andere Unternehmen trugen selbst etwas zur freundlichen Tendenz bei. Das Medizintechnik-Unternehmen UMS etwa erfreute die Anleger mit der Nachricht von einem auf 43 Mill. Euro mehr als verdoppelten Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) habe sich sogar auf 6 Mill. Euro vervierfacht. Die Anleger wussten dies zu honorieren: Die Aktie legte in einem vergleichsweise lebhaften Handel um mehr als 9 % auf 20,95 Euro zu. Die endgültigen Zahlen und einen Ausblick für das neue Jahr will das Unternehmen Anfang März geben.

Auch Splendid Medien hatte über das abgelaufene Jahr Gutes zu berichten: Der Umsatz sei im Vergleich zum Vorjahr um 150 % auf 68 Mill. Euro gestiegen. Das sei ein Drittel mehr als das Unternehmen geplant habe. Das Vorsteuer-Ergebnis (EBT) habe etwa bei 2 % des Umsatzes gelegen, obwohl das Unternehmen erstmals die strengeren Bewertungsgrundsätze nach dem Bilanzierungsstandard US-GAAP auf Filmrechte angewendet habe. Demnach werden auf die Erstverwertung der Filmrechte in Kino, Video beziehungsweise DVD und TV im Normalfall 100 Prozent Abschreibungen vorgenommen. Diese bezifferte Splendid für 2001 auf 13 Mill. Euro. Dass unter dem Strich dennoch etwas übrig blieb, wurde mit einem Kursplus von über 11 % auf 2,95 Euro gewürdigt.

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