Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.01.2002

00:00 Uhr

Das Jahr im Zeitraffer

Januar 2002

Der Monat Januar im Zeitraffer - von der Einführung des Euro bis zum Bundestags-Entschluss zur Import-Begrenzug menschlicher embryonaler Stammzellen.

01. Januar: Mit Einführung des Euro beginnt in 12 EU-Ländern die größte Geldtauschaktion aller Zeiten. In Deutschland verläuft der Abschied von der D-Mark bis Ende Februar in der Praxis weitgehend problemlos.

01. Januar: Neuer Staatspräsident Argentiniens wird Eduardo Duhalde. Der peronistische Senator ist der fünfte Staatschef des von einer schweren Wirtschaftskrise erschütterten Landes in weniger als zwei Wochen.

02. Januar: Das erste Erkundungsteam der internationalen Schutztruppe für Afghanistan ISAF, darunter neun Bundeswehr-Offiziere, trifft in Kabul ein.

02. Januar: Bei einem Brand in einem Altersheim im französischen Saint- Bonnet-de-Mure nahe Lyon sterben zwölf Menschen.

03. Januar: Eine Sonderrabatt-Aktion der Bekleidungskette C&A wird gerichtlich gestoppt. Zur Einführung des Euro hatte der Textilfilialist mit 20-prozentigem Rabatt bei bargeldloser Karten- Zahlung geworben.

05. Januar: In Tampa (Florida) rast ein 15-Jähriger bei einer Selbstmordaktion aus Sympathie mit Terroristenchef Osama bin Laden mit einem Kleinflugzeug in ein Bankenhochhaus. Außer ihm selbst gibt es keine weiteren Todesopfer.

06. Januar: Sven Hannawald gewinnt die Vierschanzentournee. Mit seinem Sieg beim letzten der vier Springen in Bischofshofen ist der 27- Jährige der erste Athlet, der alle vier Stationen der Tournee gewinnt.

07. Januar: Der Asteroid "2001 YB5" mit einem Durchmesser von 300 Metern rast mit mehr als 100 000 Kilometer pro Stunde knapp an der Erde vorbei.

07. Januar: Der französische Modeschöpfer Yves Saint Laurent tritt nach über 40-jähriger Karriere ab und feiert am 22. Januar in Paris seinen Abschied.

08. Januar: Der estnische Ministerpräsident Mart Laar tritt mit seinem Kabinett wegen eines Konflikts in der Drei-Parteien-Koalition zurück. Neuer Ministerpräsident wird am 28. Januar Siim Kallas.

08. Januar: Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff gelingt ein vielbeachteter Coup: Inmitten der Internet-Krise verkauft er die 49-prozentige Beteiligung an AOL Europe für 6,75 Milliarden Dollar an den Medienriesen AOL Time Warner. Der Deal wird Middelhoff zugute gehalten - den Abgang im Juli verhindern kann er aber nicht.

09. Januar: Der Vatikan will schärfer als bisher gegen den sexuellen Kindesmissbrauch durch Priester vorgehen. Papst Johannes Paul II. weist alle Bischöfe an, künftig jeden Verdachtsfall direkt dem Vatikan zu melden.

09. Januar: Die kolumbianische Regierung erklärt den Friedensprozess mit der kommunistischen FARC-Guerilla für beendet. Diese soll die ihr überlassene Zone im Süden des Landes binnen 48 Stunden räumen.

10. Januar: Der Zusammenbruch des texanischen Energieriesen Enron bringt die Regierung von US-Präsident George W. Bush in Bedrängnis. Der Justizminister hatte im Wahlkampf hohe Spenden von Enron erhalten.

11. Januar: Die ersten Taliban- und El-Kaida-Gefangenen aus Afghanistan treffen auf dem US-Marinestützpunkt Guantanamo auf Kuba ein, wo sie in Drahtverschlägen untergebracht werden.

11. Januar: Edmund Stoiber (CSU) entscheidet den Streit um die Kanzlerkandidatur für sich. CDU-Chefin Angela Merkel verzichtet zu Gunsten des bayerischen Ministerpräsidenten.

11. Januar: Im Lizenzstreit mit dem US-Biotech-Unternehmen Igen verurteilt ein US-Gericht den Schweizer Pharmakonzern Roche zu einer Geldstrafe von 505,4 Millionen US-Dollar (568 Mio Euro).

12. Januar: Pakistan kündigt angesichts internationalen Drucks und der Kriegsgefahr mit Indien den Kampf gegen den radikalen Islam im Land an. Zwei extremistische Moslemorganisationen werden verboten.

14. Januar: In Österreich beginnt ein Volksbegehren gegen das umstrittene tschechische Atomkraftwerk Temelin.

15. Januar: Das rituelle Schlachten von Tieren ohne Betäubung (Schächten) ist moslemischen Metzgern in Deutschland unter Auflagen künftig erlaubt. Das Verfassungsgericht gibt einem türkischen Metzger Recht.

15. Januar: Der Ire Pat Cox wird zum neuen Präsidenten des Europaparlaments gewählt. Er wird Nachfolger der Französin Nicole Fontaine.

15. Januar: Der kleinste Airbus A 318 absolviert vom Werksgelände Hamburg- Finkenwerder aus erfolgreich seinen Jungfernflug.

15. Januar: Vor der schleswig-holsteinischen Wattenmeerküste werden drei tote Pottwale entdeckt. Die Tiere waren in seichtem Wasser wahrscheinlich an ihrem eigenen Gewicht erstickt.

16. Januar: Zur Beilegung des Zypernkonflikts beginnen in Nikosia erstmals seit 25 Jahren direkte Gespräche zwischen Griechen und Türken.

16. Januar: Eineinhalb Jahre nach dem Absturz einer Concorde bei Paris bestätigt der Schlussbericht eine fatale Kettenreaktion als Ursache des Unglücks, bei dem am 25. Juli 2000 113 Menschen umgekommen sind, darunter 97 Deutsche.

16. Januar: Kurt Biedenkopf kündigt seinen Rücktritt als Ministerpräsident Sachsens an.

16. Januar: Das Deutsche Historische Museum in Berlin zeigt unter dem Titel "Holocaust - Der nationalsozialistische Völkermord und die Motive seiner Erinnerung" die in Deutschland bisher umfassendste Ausstellung über den Holocaust.

17. Januar: Berlin wird erstmals nach dem Mauerfall von einem rot-roten Senat regiert. Klaus Wowereit (SPD) wird nach Abstimmungsmarathon im Abgeordnetenhaus Chef der SPD/PDS-Koalition, Gregor Gysi (PDS) Wirtschaftssenator.

17. Januar: Ein Vulkanausbruch treibt im Kongo rund 350 000 Menschen in die Flucht. Im Lavastrom des Nyiragongo kommen mindestens 80 Menschen ums Leben. Die Großstadt Goma wird fast komplett zerstört.

18. Januar: Die CDU fordert Landwirtschaftsministerin Renate Künast (Grüne) vor dem Hintergrund eines neuen Futtermittelskandals zum Rücktritt auf. Mitarbeiter ihres Ministeriums hatten Warnhinweise über Antibiotika-belastetes Fischmehl nicht rechtzeitig weitergeleitet.

19. Januar: Das Bundeskartellamt untersagt dem Düsseldorfer Energiekonzern Eondie geplante Übernahme des Erdgasversorgers Ruhrgas AG. Eonbeantragt daraufhin eine Ministererlaubnis beim Bundeswirtschaftsministerium.

19. Januar: Die sudanesische Regierung und die Sudanesische Volksbefreiungsarmee (SPLA) unterzeichnen im Schweizer Bürgenstock bei Luzern ein Waffenstillstandsabkommen für die Nuba-Berge.

21. Januar: Die Grünen legen sich erstmals in ihrer 22-jährigen Parteigeschichte mit Außenminister Joschka Fischer auf einen Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl fest.

21. Januar: Der frühere außenpolitische Kanzlerberater Michael Steiner wird offiziell zum neuen UN-Sonderbeauftragten für das Kosovo ernannt.

21. Januar: Der EU-Agrarrat beschließt die Einrichtung eines Frühwarnsystem für verseuchte Futtermittel. Gleichzeitig verabschieden die Minister den Rechtsrahmen für eine neue EU- Lebensmittelbehörde.

22. Januar: Vor dem Bundesverfassungsgericht droht der Prozess zum Verbot der rechtsextremen NPD zu platzen. Weil einer der vorgeladenen NPD - Vertreter Verfassungsschutz-Spitzel ist, fordert das Gericht Klarheit, ob Beweise gegen die NPD von Spitzeln stammen.

22. Januar: Israel tötet im Westjordanland vier mutmaßliche Hamas - Extremisten. Hamas erklärt Israel den "totalen Krieg".

22. Januar: Das "Unwort" des Jahres 2001 lautet "Gotteskrieger". "Kein Glaube an einen Gott gleich welcher Religion kann einen Krieg oder gar Terroranschläge rechtfertigen", erklärt die Jury.

22. Januar: In Russland wird der letzte unabhängige Fernsehsender TW-6 mit landesweiter Ausstrahlung auf richterliche Anordnung abgeschaltet.

22. Januar: Afghanistan erhält zum Abschluss einer internationalen Geberkonferenz in Tokio Hilfszusagen in Höhe von insgesamt mehr als 4,5 Milliarden Dollar (5,1 Mrd Euro) für den Wiederaufbau.

22. Januar: Der Internet-Experte Kim Schmitz wird nach Deutschland ausgeliefert. "Kimble" soll durch betrügerischen Insider-Handel mit Aktien von Letsbuyit.com einen Millionen-Gewinn eingestrichen haben. Im Mai wird er zu einer Bewährungs- und Geldstrafe verurteilt.

23. Januar: Pakistan: Daniel Pearl, Reporter des Wall Street Journal, wird in Karachi auf dem Weg zu einem Interview von islamistischen Terroristen entführt und später ermordet.

24. Januar: Vertreter der großen Weltreligionen legen in Assisi gemeinsam mit Papst Johannes Paul II. ein Bekenntnis zum Frieden ab.

24. Januar: Der Bundestag beschließt unter scharfem Protest der Opposition die Beschaffung von 73 Airbus-Transportflugzeugen (A400M). Im laufenden Haushalt ist nur der Kauf von 40 Maschinen finanziell abgesichert.

24. Januar: Die "Bayern" trifft als erste Fregatte des deutschen Marine- Kontingents für den Anti-Terror-Einsatz am Horn von Afrika ein. Im März landen deutsche Marinesoldaten auch in Mombasa (Kenia). Es ist der größte Einsatz in der Geschichte der bundesdeutschen Marine.

24. Januar: Enron-Chef Kenneth Lay tritt zurück.

25. Januar: Der Bundestag verabschiedet ein neues Urhebervertragsrecht. Das Gesetz stärkt die Position von Autoren, freien Journalisten und Übersetzern.

25. Januar: Indien testet ungeachtet der Spannungen mit dem Nachbarland Pakistan eine atomwaffenfähige Kurzstreckenrakete.

27. Januar: Bei einer Serie schwerer Explosionen in einer Munitionsfabrik im nigerianischen Lagos sterben mehr als 1000 Menschen. Die meisten Opfer werden bei der Flucht vor den heftigen Detonationen in Kanäle der Stadt gedrängt und ertrinken. Ein Feuer in einer Suppenküche auf einem Markt war auf die Fabrik übergesprungen.

27. Januar: Der "Club 21" in Kassel, älteste Diskothek Deutschlands, schließt.

28. Januar: Die Vereinten Nationen erklären das Jahr 2002 offiziell zum Internationalen Jahr des Öko-Tourismus.

29. Januar: US-Präsident Bush bezeichnet den Irak, Iran und Nordkorea als "Achse des Bösen". Die USA würden nicht tatenlos zusehen, wenn diese Länder versuchten, die USA mit Massenvernichtungswaffen zu bedrohen.

29. Januar: Der frühere Profi-Boxweltmeister Graciano Rocchigiani tritt in Berlin eine einjährige Haftstrafe wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Beleidigung an.

30. Januar: Der Bundestag stimmt in einem Grundsatzbeschluss nach jahrelanger Diskussion für den begrenzten Import von menschlichen embryonalen Stammzellen.

30. Januar: Nach 16 Tagen endet ein Hungerstreik von Asylbewerbern im australischen Flüchtlingslager Woomera. Die Aktionen der überwiegend afghanischen Flüchtlinge hatten weltweit für Kritik an der harten Asylpolitik Australiens gesorgt.

30. Januar: Die Ippen-Gruppe ("Münchner Merkur", "tz") übernimmt die Mehrheit bei der "Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen" in Kassel. 31. Der US-Sender Radio Free Europe in Prag sendet nun auch nach Afghanistan.

31. Januar: Daniel und Manuela Ruda werden im "Satanisten"-Prozess zu 15 beziehungsweise 13 Jahren Haft wegen Mordes im Zustand verminderter Schuldfähigkeit verurteilt. Sie hatten im Juli 2001 einen Bekannten mit 66 Messerstichen, Machetenhieben und Hammerschlägen getötet. Ihre Erklärung: Sie wollten dem Teufel eine Seele opfern.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×