Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.03.2003

17:41 Uhr

Das Land Hessen bemängelt fehlendes Engagement des Bundes

Millionenzuschuss für Beschleuniger

Die Gesellschaft für Schwer-Ionenforschung (GSI) in Darmstadt erhält eine rund 675 Millionen Euro teure Beschleunigeranlage. Mit dem Bau soll Ende 2005 begonnen werden.

HB/dpa DARMSTADT. Der erste Zuschuss in Höhe von einer Million Euro wurde am Mittwoch von der hessischen Wissenschaftsministerin Ruth Wagner (FDP) bewilligt. Finanziert wird die Anlage, die 2011 in Betrieb genommen werden soll, durch den Bund (65 Prozent), das Land (10 Prozent) und europäische Partner. Kernstück der erweiterten Anlage ist ein Doppelbeschleuniger, für den in 24 Metern Tiefe ein Tunnel mit einem Umfang von 1,1 Kilometern gegraben wird. Dort können Schwer-Ionen fast auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und ihre Strahlenintensität um das 10 000-fache gesteigert werden. Am Ende ihrer "Umlaufbahn" werden die Teilchen auf unterschiedliche Materialstücke geschossen. Bei diesem Aufprall entstehen Energiefelder, die mit jenen vergleichbar sind, die bei der Entstehung des Universums geherrscht haben. Der Teilchenbeschleuniger gehört zu einer Reihe von Grundlagenforschungen, die der Wissenschaftsrat zur Förderung empfohlen hat. Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) hatte dafür vor rund einem Monat grünes Licht gegeben. Wagner kritisierte, dass die Bundesregierung diese Entscheidung nicht mit Taten untermauert habe. Bislang gebe es nur Absichtserklärungen. Das Land Hessen hingegen habe die Fördersumme von einer Million Euro im aktuellen Haushalt verankert. Mit diesem Geld könne die GSI das Projekt vorbereiten, sagte Geschäftsführer Walter Henning. Er gehe davon aus, dass mit dem Bau Ende 2005 begonnen werde. Die Fertigstellung des Projekts werde voraussichtlich sechs Jahre in Anspruch nehmen. Bereits mit dem bestehenden, kleineren Beschleuniger waren der Gesellschaft etliche Entdeckungen gelungen, unter anderem einige superschwere Elemente des chemischen Periodensystems. In diesen Fällen darf die GSI die Elemente benennen. Eines davon war auf den Namen "Hassium" in Anlehnung an Hessen getauft worden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×