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02.01.2003

13:19 Uhr

"Das Merchandising läuft hervorragend"

Hannawald fliegt und verdient

Der Traum von der Titelverteidigung ist für Sven Hannawald schwer zu realisieren, den vom eigenen Haus könnte er sich mühelos aus der "Portokasse" erfüllen. Der Sturz von Garmisch-Partenkirchen hat den Hinterzartener nur im sportlichen Kampf um den Tourneesieg zurückgeworfen, finanziell läuft Hannawald in seiner Sportart allen den Rang ab.

Sven Hannawald liegt im Kunstschnee von Garmisch. Foto: dpa

Sven Hannawald liegt im Kunstschnee von Garmisch. Foto: dpa

HB/dpa GARMISCH-PARTENKIRCHEN. Der zu Deutschlands populärsten Athleten gehörende Vorzeigespringer ist durch seine Erfolge zum Millionär geworden - und der Geldfluss wird so schnell nicht versiegen. "Sein Bekanntheitsgrad und die Sympathiewerte sind mit Michael Schumacher vergleichbar", sagt Manager Werner Heinz.

Daran ändert auch das schmerzhafte Ende der Siegesserie nichts. Das Geschäft mit dem Skispringen boomt und Hannawald profitiert davon. Der Erfolg vom Vorjahr, als der 28-Jährige als erster Springer alle vier Wettbewerbe bei der Vierschanzentournee gewann, hat die Kasse klingeln lassen. "Er ist im Moment das Aushängeschild in Deutschland", erklärt type="unknownISIN" value="H.J. Heinz Co">Heinz.

Und entsprechend erfolgreich zu vermarkten, wie der Manager bestätigt: "Das Merchandising läuft hervorragend. Wir haben viel mehr Fan-Artikel verkauft als im Vorjahr." An den Schanzen sind Tassen und Fahnen mit dem Konterfei des Hinterzarteners der Renner. Die nach dem historischen Tournee-Triumph auf den Markt gebrachten 25 000 Kappen sind ausverkauft, derzeit wird nachproduziert. Sogar ein eigenes Logo hat Hannawald.

Kein Wunder, dass er auch für die Wirtschaft von großem Interesse ist. Als Hannawalds letztjähriger Hauptsponsor von der Bildfläche verschwand, konnte type="person" value="? Heinz, Werner">Heinz fast mühelos einen Ersatz für die kommenden zwei Jahre finden. "Obwohl die Sponsoren nicht Schlange stehen, ist uns das relativ leicht gelungen", berichtet der Manager. Der neue Partner, ein Hersteller von Autopflegemitteln (Sonax), verspricht sich von der Zusammenarbeit einen hohen Werbewert im Winter. Dafür werden auch gern vertraglich festgelegte Erfolgsprämien gezahlt.

Die gibt es auch vom zweiten Sponsor, einem Produzenten von Wellnessgetränken (Chiang Mai Kombucha). Dafür trägt Hannawald bei jedem Fernsehauftritt eine Trinkflasche mit dem Schriftzug des Geldgebers in der Hand. Hinzu kommen lukrative Ausrüsterverträge mit adidas (Kleidung), Rossignol (Ski) und Carrera (Helm). Auch RTL schloss einen langfristigen Vertrag mit Hannawald ab, der dem Fernsehsender die exklusive Zusammenarbeit sichert. "Im Prinzip ist es nicht nötig, weitere Sponsoren zu akquirieren. Wir sind zufrieden mit dem, was vorhanden ist", sagt Heinz.

Das sieht auch Hannawald so. Der Star gibt sich im Privatleben eher bescheiden. Das verdiente Geld, allein beim vorjährigen Tournee- Triumph waren es 330 000 ?, legt er eher konservativ an. Börsenspekulationen sind ihm genauso fremd wie übertriebener Luxus. Die Abwicklung der Geschäfte überlässt er seinem Manager und seinem Steuerberater; verschafft sich aber regelmäßig einen Überblick über den Stand der Dinge. "Er weiß, was er will", sagt type="person" value="? Heinz, Werner">Heinz. Und bemüht einen zweiten berühmten Vergleich: "Ich habe früher Henry Maske und Ayrton Senna betreut. Man kann ihn da einreihen."

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