Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.02.2002

19:06 Uhr

Das neue Mittelklassemodell aus Rüsselsheim tritt gegen starke Konkurrenten wie Ford Mondeo und VW Passat an

Vectra 2002 soll Opel auf Erfolskurs steuern

VonPETER HANNEMANN

Mit frischem Design und modernster Technik haben die Opel-Ingenieure einen neuen Vectra auf die Räder gestellt. Gleich vier Karosserie-Varianten sollen die Modellreihe wieder erfolgreich machen.

BARCELONA. Opel befindet sich in einer schwierigen Lage. Das Image ist so tief gesunken, dass es eigentlich nur noch besser werden kann. Die Händler stehen mit dem Rücken zur Wand, einige von ihnen sogar vor dem Aus. Der große Rest wartet auf einen Hoffnungsträger, der wieder Kunden in die Ausstellungsräume lockt indem er die Botschaft verkündet: "Seht her, die Marke lebt, ja sie meldet sich mit einem gelungenen Produkt eindrucksvoll zurück, das die traditionellen Stärken von Opel mit neuen, emotionalen Werten anzureichern vermag."

Im neuen Vectra kommt die ganze Problematik dieses bisweilen so gebeutelten Unternehmens zum Ausdruck. Hoher Ingenieurkunst und maßstabsetzendem Fertigungs-Know-how auf der einen, steht die Suche nach eigenständigem Profil und entsprechender Positionierung auf der anderen Seite gegenüber. Und über allem schwebt die Sorge, ob und wann sich die Muttergesellschaft General Motors doch wieder in die Modellentwicklung und-politik von Opel einmischt.

Tut sie es nicht, zeigen sich die Fähigkeiten der Opelaner, wettbewerbsfähige Autos zu bauen, die wieder an die Spitze der angestammten Opel-Segmente beschleunigen können. Wie jetzt in der Mittelklasse, wo die Rüsselsheimer mit dem neuen Vectra kräftig mitmischen und verlorenes Terrain zurück erobern wollen.

"Der neue Vectra ist ein Auto", so Vorstandschef Carl-Peter Forster, "das Innovationen und Technologien mit echtem Kundennutzen zu fairen Preisen verbindet". Ein Fahrwerk, das in dieser Klasse keine Konkurenz zu fürchten braucht, modernste Technik, nicht um der Technik willen, sondern zum Nutzen von Fahrer und Insassen. Eine umfassende Serienausstattung, niedrige Unterhaltskosten, lange Wartungsintervalle und hohe Wertstabilität, das ist es, was der Handelsvertreter, der Außendienstmitarbeiter oder der kostenbewusste Familienvater von "seinem Opel" erwartet.

Der Vectra Jahrgang 2002 erfüllt viele dieser Wünsche - zu überaus wettbewerbsfähigen Preisen ab 20 250 Euro. Nach dem ersten Kennenlernen ergibt sich der Eindruck, als könnte Opels komplette Neuentwicklung die Wende tatsächlich schaffen. Formal markant geschnitten, konzeptionell grundsolide und in überzeugender Qualitätsanmutung lässt der Vectra den biederen Mief seiner Vorgänger hinter sich. Vor allem bei der Betrachtung des Innenraums kommt Freude auf. Klare Linien, griffsymphatische Oberflächen, prima Sitze sowie ein Hauch von "Premium" lassen erkennen, mit wie viel Herzblut die Opel-Ingenieure gegen das Abrutschen ihrer Marke ins Mittelmaß ans Werk gegangen sind.

Auch technisch wollten sie dem Vectra ein paar Highlights mit auf den Weg geben. Das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) verfügt nun über ein Regelsystem, das zur Stabilisierung des Fahrzeugs nicht wie bisher nur eins, sondern gleich drei Räder einbezieht. Dem komplett neuen Fahrwerk ist viel Lob zu zollen. Dynamisch, fahrsicher, komfortabel - so strebsam nahm sich bisher keine Opel-Limousine des Themas Fahrvergnügen an. Zu den geradezu sportlichen Fahreigenschaften gesellt sich ein vorbildlicher Abroll- und Geräuschkomfort. Und "Platz" ist im Vectra kein Fremdwort. Vier Personen und reichlich Gepäck können im neuen Mittelklasse-Opel nervenschonend auf Reisen gehen. Wenn auch die Ladeluke im Stufenheck der viertürigen Limousine etwas knapp ausgefallen ist.

Da Opel einst die Mittelklasse definierte, haben die Rüsselsheimer nun den Ehrgeiz, an diese Tradition anzuknüpfen. Gleich vier Modellvarianten sollen in den nächsten zwölf Monaten dieses Vorhaben bewerkstelligen. Dem eher konservativ gezeichneten Stufenheck-Vectra (100 bis 147 PS) folgen in Quartalsabschnitten eine besonders sportliche Fließheckvariante GTS (V6: 211 PS) sowie der Caravan mit 13 cm mehr Radstand und riesigem Laderaum. Danach kommt eine fein wie individuell ausstaffierte Lifestyle-Kombilimousine, die auf den Namen Signum hört und ebenfalls über den verlängerten Radstand verfügt sowie Platz für bis zu sechs Personen bietet. Mit ihr will Opel endlich auch Individualisten für die Marke gewinnen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×