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20.06.2000

12:27 Uhr

Das Reich der Mitte auf dem Weg in das Internetzeitalter

Chinesen entdecken die Freiheit im Internet

VonSunjidmaa Jamba

Im Altertum errichteten die Chinesen eine Mauer, um sich vor Feinden zu schützen. Heute will die kommunistische Partei das Land mit einem virtuellen Schutzwall verbarrikadieren, um sich vor der Gefahr des freien Meinungsaustauschs zu schützen. Doch trotz dieser Versuche, das Internet zu zensieren, verhalten sich die Chinesen wie alle Menschen, die das Internet entdeckt haben: Sie sufen, chatten und treiben Handel.

Im Altertum errichteten die Chinesen eine Mauer, um sich vor Feinden zu schützen. Heute will die kommunistische Partei das Land mit einem virtuellen Schutzwall verbarrikadieren, um sich vor der Gefahr des freien Meinungsaustauschs zu schützen. Doch trotz dieser Versuche, das Internet zu zensieren, verhalten sich die Chinesen wie alle Menschen, die das Internet entdeckt haben: Sie surfen, chatten und treiben Handel.



Schon jetzt hat das Reich der Mitte mit dem derzeit größten IT-Markt in der asiatisch-pazifischen Region, Australien, so gut wie aufgeschlossen. Allein in diesem Jahr ist die Zahl der chinesischen Internet-Nutzer von 2,1 Millionen auf 10,0 Millionen sprunghaft gestiegen. Chinesisches Internet und die Telekommunikation machten 1999 etwa 21 Prozent der Einnahmen der IT-Branche der Region aus. Nach Schätzungen der International Data Corporation geht das Wachstum unvermindert weiter: Im Jahr 2004 werden demanch 30 Millionen Nutzer und ein jährliches Wirtschaftswachstum von mehr als 170 % mit einem Überschuss von rund US$ 114 Mrd. erwartet. Hiervon wird etwa ein Drittel in der Asien-Pazifik Region umgesetzt werden. Die größten Ertragbringer sind in China die IT-Industrie mit 3,4 Mrd. US-Dollar und die Telecommunikation, die Einnahmen von 2.1 Mrd. US-Dollar erwirtschaften. Genauso, wie das Internet boomt, steigt auch die Nachfrage nach Software und Service. In diesem Bereich werden die Steigerung von 15,8 % auf 6,9 % bei Software und von 9,6 % auf 5,3 % bei Service im chinesischen Markt bis 2004 erwartet.

Chinesen nutzen die Freihheit im Netz

Im Nutzungsverhalten scheinen sich Chinesen nicht grundlegend von anderen Benutzern zu unterscheiden. Auch die chinesischen rund 10 Millionen Nutzer, die derzeit gezählt werden, informieren sich vor allem über das Geschehen in der Region und rund um den Globus. Viele nutzen das Internet auch zum Austausch von Informationen und Meinungen, auch wenn ein freier Gedankenaustausch nach westlichem Muster von der chinesischen Regierung offiziell weder geduldet noch gefördert wird.

Trotz einer weiterhin vergleichweise ausbauwürdigen Telekommunikationsinfrastuktur und trotz des lähmenden Einflusses, den das Telekommunikationsmonopol noch immer hat, sind chinesische Unternehmen wie "China Netcom", "Eachnetcom" oder "Alibaba" sehr optimistisch. Sie rechnen mit beidem: mit weiteren Investitionen und mit einer zunehmenden Liberalisierung. "Das Internet bringt chinesischen Geschäftsleuten große Vorteile, denn es lässt ihnen mehr Freiheit bei der Ausübung ihrer Geschäfte," sagt Tan Haiyin, Chief Operating Officer von Eachnet. Nach Haiyins Worten - nach eigenen Angaben derzeit der größte chinesische IT-Unternehmer - konzentrieren sich viele Unternehmen auf den B2B-Markt.

So offeriert etwa die Alibaba.com Corporation einen Online-Marktplatz für chinesische Geschäftsleute von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Händler können ihre Waren unterteilt in 27 Segmente anbieten. Die Webseite richtetet sich neben Chinesean auch an englischsprachige Ausländer, die unter www.alibaba.com Informationen für den internationalen Handel finden. Die Märkte in Taiwan, Hong-Kong und Süd-Ost Asien sollen unter www.chinese.alibaba.com bedient werden. Seit der Gründung im März 1999 hat Alibaba schon 160 000 Mitglieder aus 160 Ländern gewonnen. Täglich werden rund 110 000 Angebote für Verkauf bzw. Einkauf gelistet. Neben dem Handel bietet die Webseite im Biz Claub und Biz Express auch eine Austauschmöglichkeit zu Wirtschafts- und Finanzfragen.

Informationsangebote für Ausländer

Wer sich für China interessiert, der findet mehr als 1100 Consumer-orientierte Websites mit verschiedenen Themen und Informationen aus Wirtschaft, Politik, Reise, Kultur und täglichem Leben in China bzw. Taiwan, Hongkong und Singapur. Die meistens Websites sind auf Chinesisch und Englisch konzipiert.

Sinacom etwa bietet Nachrichten, Unterhaltung, Wirtschafts- und Finanzinformationen sowie Lifestyle-Tipps. Das Portal unterhält Standorte in China, Hong Kong, Taiwan und Nord-Amerika. (www.sina.com, www.sina.com.cn, www.sina.com.hk, www.sina.com.tw).

Chinadotcom (www.china.com), ein pan-asiatisches Unternehmen, bietet zahlreiche Wirtschaftsinformationen über Asien und China. Das Unternehmen betätigt sich als Serviceprovider und Online-Werbeagentur und unterhält dazu 12 Büros in China und weitere in Australien, Hong Kong, Japan, Korea, Malaysia, Singapur und Taiwan. (www.china.com, www.cww.com, www.hongkong.com, www.taiwan.com).

Die wichtigen chinesischen Web Adressen:

www.chineseinvestors.com
Die Website für die internationale Investoren, die sich über Asien bzw. China informieren wollen.

www.china.org.cn
Die Website des China Internet Information Centres, die zahlreiche Informationen über China bzw. Taiwan, Hong Kong, Singapur bietet sowie tägliche Nachrichten über verschiedene Themen in diesen Länder und die Links zur wichtigen Website

www.chinaonline.com
Informationen und Nachrichten bzw. Analyse über Geschaftsleben in China bzw. Taiwan, Hong Kong und Singapur

www.chinaweb.com
Finanz Informationen und Nachrichten aus China bzw. Taiwan, Hongkong und Sinagapur

www.comnex.com/stocks/stocks.htm
Daten von der Börse Schanghai

www.chinatour.com
Informationen für Reisen nach und in China

www.qis.net/chinalaw
Die Informationen über die chinesische Gesetze und das Rechtssystem und die Links zur relevanten Website

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