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25.01.2003

15:25 Uhr

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Davos-Tagebuch (4): Öl-Versorger bemühen sich um Gelassenheit

VonHermann-Josef Knipper , Handelsblatt

Der nahende Irak-Krieg bestimmte auch am Samstag viele Debatten im Schweizer Nobelskiort Davos, der bei strahlendem Sonnenschein viele Konferenzteilnehmer zu einem kurzen Trip auf die Schneeberge animierte.

Am Vormittag ging es - wieder einmal - um die künftige Öl-Versorgung der Welt, und damit natürlich darum, wie es mit der Versorgungssicherheit und dem Ölpreis im Falle eines militärischen Konflikts im Irak bestellt sein wird.

Die Produzenten, die an der Debatte teilnahmen, versuchten dem Motto der Konferenz "Building trust - Vertrauen schaffen" alle Ehre zu machen. Der saudische Ölminister Ali bin Ibrahim Al-Naimi, der Ölminister Quatars und Opec-Repräsentant Abdulla bin Hamad Al-Attiyah und Mikhail Khodorkovsky, Chef des russischen Ölkonzerns Yukos, gaben sich demonstrativ gelassen: Das Opec-Kartell und Russland würden alles tun, um für Stabilität zu sorgen. Es seien ausreichend Reserven vorhanden, sowohl am Golf als auch in den Konsumentenländern. Die Produzenten könnten problemlos für eventuell zeitweise ausfallende Produzentenländer einspringen; dies sei bei der gerade auslaufenden Venezuela-Krise auch gelungen.

Auch der Preis für Rohöl, so bekräftigten sie, werde mittelfristig wieder fallen. Im Moment, so meinte der Chef des italienischen Energiekonzerns Eni, Roberto Poli, habe der Ölpreis mit über 32 Dollar pro Barrel eine Kriegsprämie von 6 bis 7 Dollar. Mittelfristig, so alle vier Experten, werde der Preis wieder sinken. Russland hält nach Angaben des Yukos-Chairmans einen Preis zwischen 18 und 22 Dollar für angemessen, während die Golfstaaten ein Einpendeln auf 22 bis 28 Dollar anstreben.

Khodorkovsky gelang es gar, bei dem ersten Thema am frühen Morgen für ein paar Sekunden Heiterkeit zu sorgen: Auf die Frage, wo der Preis für ein Barrell Brent-Öl im Herbst stehen werde, warf er demonstrativ einen Rubel in die Luft und erklärte dann mit der Bestimmtheit eines Propheten: 23 Dollar.

Wenn das keine gute Nachricht für die Weltmärkte ist...

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