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07.07.2000

10:23 Uhr

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Dax-Ausblick: Börse gefangen im Sommerloch

VonAndreas Reuther

In der nächsten Woche wird an der Börse nicht viel passieren. Es ist Sommerzeit, es fehlt an wirklichen Impulsen. Deshalb gehen die Analysten der DG Bank und der Commerzbank von einer Seitwärtsbewegung des Dax aus.

Nach Vorlage der US-Arbeitsmarktdaten, die besser ausfielen als erwartet, sieht Aktienstratege Jörg Bungeroth von der DG Bank "positive Impulse für den deutschen Markt". Der Dax werde sich zwischen 6900 und 7100 Punkten einpendeln. Unter Druck sind in seinen Augen die Automobilwerte. Die Millionen-Klage gegen Volkswagen wirke sich auf die ganze Branche negativ aus, da jetzt auch die Konkurrenz mit ähnlichen Bußgeldern rechnen müsse. Zwar hätten die Konzerne schon länger Rücklagen gebildet, dennoch sieht Bungeroth die Autoaktien auf der Verliererseite.

Zum Kauf empfiehlt die DG Bank dagegen die Blue Chips Bayer, Deutsche Bank und Epcos. Nach dem guten ersten Quartal 2000 sei bei Bayer ausreichend Spielraum für Fusionen. Die Aktie der Deutschen Bank sei momentan günstig bewertet und biete deshalb gute Einstiegschancen. Und Epcos profitiere von der stabilen Preissituation und der erhöhten Produktivität. Eine Tabelle mit der Einschätzung aller Dax 30-Werte steht unten.

Ebenso wie der Dax bewege sich zur Zeit auch der Neue Markt seitwärts. Die positiven US-Arbeitsmarktzahlen führten allenfalls zu geringen Schwankungen in beide Richtungen. Nachdem alte Tiefs getestet wurden, werde der Nemax-All-Share Kursindex nach Bungeroths Meinung die Marke von 5200 Punkten nicht unterschreiten, aber auch nicht über die 5600er Grenze kommen.

Wegen der Abhängigkeit von der schwächelnden Nasdaq seien die Internet- und Medienwerte unter Druck. Profitieren könnten davon die Branchen Spezialmaschinenbau, Healthcare und Biotech. Auf der Empfehlungsliste Bungeroths stehen die Aktien der Unternehmen Tepla und Singulus.

Einfluss durch die Steuerreform

Für Patrik Schmidtke von Commerzbank Asset Management hängt die Entwicklung des Deutschen Aktienindex in der nächsten Woche maßgeblich von der Diskussion um die Steuerreform ab. Auch wenn sich die Debatte wahrscheinlich noch bis nach der Sommerpause verschleppe, "schaut der Markt gespannt darauf", sagt Schmidtke und zeigt sich insgesamt moderat optimistisch gestimmt. Am positiven Umfeld habe sich wenig geändert. Sowohl die steigende Beschäftigung als auch die Konjunkturumfrage der Europäischen Kommission deuteten auf einen kräftigen Aufschwung in Euroland hin. Der Analyst sieht den Dax in der kommenden Woche zwischen 6800 und 7100 Punkten.

Die Umgewichtung im Euro Stoxx 50 werde sich laut Schmidtke "sukzessive" auswirken. Die Fondsmanager würden über einen längeren Zeitraum hinweg ihre Depots an die neue Gewichtung anpassen, weshalb sich diese Veränderung noch einige Zeit auswirken werde. Davon betroffen seien die Aktien von Telekom, Allianz und Münchner Rück. Gute Chancen für Kleinanleger sieht die Commerzbank bei der Aktie der Bayer AG.

"Ruhiges Fahrwasser"

Der Neue Markt befindet sich laut Schmidtke in "ruhigem Fahrwasser". In der aktuellen Sommerpause würden positive Meldungen zu "explosionsartigen" Kurssteigerungen führen, die der Experte teilweise für übertrieben hält. Er rät für die kommende Woche, Internetwerte zu meiden, und stärker auf Werte wie Singulus oder Aktien von Biotechnologiefirmen zu setzen.





DG Bank

Dax 30-Empfehlungen
TitelGewinn 2000Gewinn 2001Empfehlung

Adidas

-Salomon
3,97


4,54


verkaufen
Allianz9


11,5


verkaufen

BASF

3,11


3,61


kaufen
Bay.Hypo-Vereinsbk.2,73


3,69


halten

Bayer

2,45


2,6


kaufen

BMW

1,8


2,3


halten

Commerzbank

1,98


2,2


halten

DaimlerChrysler

6,31


6,63


verkaufen
Degussa-Hüls2,77


3,03


verkaufen

Deutsche Bank

4,84


5,49


kaufen
Deutsche Telekom0,29


0,42


k.A.
Dresdner Bank1,15


2,27


halten

E.ON

5,8


2,8


halten

Epcos

3,21


3,78


kaufen

FMC

2,47


2,97


halten

Henkel

Vz.
2,93


3,22


halten

Infineon

1,3


1,85


kaufen
Karstadt1,05


1,3


verkaufen

Linde

2,49


3,03


kaufen

Lufthansa

1,8


1,9


halten

MAN

2,5


2,7


halten

Metro

0,93


1,05


halten
Münchner Rück7,5


9,8


halten
Preussag2,22


2,69


halten

RWE

2,3


2,35


halten

SAP

Vz.
7,2


9,1


halten

Schering

1,86


2,08


halten

Siemens

3,8


4,65


kaufen
Thyssen Krupp1,1


1,6


halten

Volkswagen

4,03


4,98


verkaufen


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