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06.02.2002

20:35 Uhr

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Dax fällt unter wichtige Unterstützungslinie

VonChristian Schnell

Vor allem die schwache Daimler-Chrysler-Aktie zog den Index ins Minus. Unter Druck standen auch die Papiere der Allianz, während Schering-Aktien zulegen konnten.

FRANKFURT/M. Es kam wie von vielen erwartet: Die Realität war wieder einmal stärker als die sich ihr in den Weg stellende Unterstützungslinie. Die lag diesmal bei 4 870 Punkten und ihr näherte sich der Deutsche Aktienindex (Dax) am Dienstag nur an, um sich dann doch wieder zu fangen. Am Mittwoch war der Handel allerdings kaum zwei Stunden alt, als der deutsche Leitindex deutlich unter diese Marke fiel, um damit das schon rauhe Klima, das derzeit an den Börsen herrscht, noch einmal zu verschärfen. Zum Handelsschluss notierte der Dax 2,68 % im Minus bei 4 804,41 Punkten. Laut Händlern trennten sich vor allem institutionelle Investoren von größeren Aktienpaketen.

Angesichts der vielen belastenden Nachrichten überraschte diese Entwicklung nicht. So konnte sich bis etwa 14.30 Uhr die Daimler-Chrysler-Aktie zwar behaupten, als dann die Meldung von einer gekürzten Dividende für 2001 und einem geringeren Gewinn als geplant für 2002 bekannt wurde, fiel die Aktie kurzzeitig wie ein Stein. Nach einem zeitweisen Minus von 7 % lag sie zum Handelsschluss noch 4,41 % unter dem Vortagesstand. Seit Jahresbeginn verloren Daimler-Chysler fast 17 %. Für die Reaktion der Investoren zeigten Händler Verständnis. Schließlich hatte Daimler-Chrysler in den vergangenen drei Jahren eine Dividende von 2,35 Euro gezahlt. Jetzt müssen sich Anleger mit 1 Euro begnügen. Die Aussicht auf weniger Gewinn in der Zukunft trübte zudem die Hoffnung auf eine schnelle Besserung.

Unter Druck standen im Vorfeld der für heute erwarteten Bilanzzahlen für 2001 auch Allianz (-4,48 %). Dresdner-Bank-Chef Bernd Fahrholz sagte zwar gestern, dass die aus der Fusion von Allianz und Dresdner Bank erwarteten Synergieeffekte für 2002 wahrscheinlich erreicht werden. Allerdings mussten die Dresdner-Konkurrenten Deutsche Bank und Commerzbank in den vergangenen Tagen Gewinneinbrüche vermelden, weswegen auch die Allianz-Aktie unter Druck geriet. Dieser wurde noch dadurch verstärkt, dass im Falle einer Pleite der hoch verschuldeten Kirch-Gruppe die gesamte Bankbranche Ausfälle fürchten muss. Dieser Entwicklung konnten sich auch Hypo-Vereinsbank (-3,34 %) nicht entziehen.

Positive Ausreißer, die sich der Tristesse entgegen stellten, gab es kaum. Einer war erneut der Pharmakonzern Schering (+ 0,39 %), der am Dienstag die Erwartungen der Analysten übertroffen hatte. Ihren Aufwärtstrend der letzten Tage konnten auch Fresenius Medical Care (+ 2,29 %) und die Deutsche Post (unverändert) fortsetzen.

Die Post will künftig mit einem neuen Konzept Synergieeffekte zwischen den einzelnen Konzernbereichen stärker nutzen und dadurch Kosten einsparen. Außerdem profitierte die Post-Aktie davon, dass sich institutionelle Anleger gestern von Tech-Titeln trennten und die Mittel daraus in konservative Aktien umschichteten.

Der M-Dax der mittelgroßen deutschen Werte verlor nur 0,6 %. Auf der Gewinnerseite ragte die zuletzt stark gebeutelte Aktie von Prosieben 1-Sat heraus. Die Titel gewannen knapp 16 %. Die besser als erwarteten vorläufigen Zahlen für 2001 sorgten für Hoffnung.

Unter den Regionalbörsen präsentierten sich München, Berlin und Düsseldorf leichter. Knapp behaupten konnten sich Hamburg und Hannover. Freundlich tendierten Bremen und Stuttgart.

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