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02.02.2001

15:12 Uhr

dpa FRANKFURT/M. Bei lustlosem Handel haben die deutschen Standardwerte am Freitag ihre frühen Gewinne nicht verteidigen können. "Der Markt plätschert bei niedrigen Umsätzen hin und her", sagte ein Frankfurter Wertpapierhändler. Leichte Verluste seien daher nicht überzubewerten. Die Investoren warteten allerdings noch auf die für den Nachmittag angekündigten US-Arbeitsmarktdaten.

Der Deutsche Aktienindex Dax verlor 0,27 % auf 6686 Zähler. Deutlichere Einbußen musste zwischenzeitlich der Neue Markt hinnehmen. Der Nemax 50 konnte allerdings im Handelsverlauf wieder etwas Boden gut machen und lag am frühen Nachmittag knapp behauptet bei 2686 Punkten, während der Nebenwerteindex MDax gut behauptet bei 4810 Zählern notierte.

Auch die wichtigsten europäischen Börsen litten im Tagesverlauf unter dem Mangel an echten Impulsen. Der EuroStoxx50 gab um 0,4 % auf 4689 Zähler nach.

Zu den klaren Verlieren im Dax gehörten Adidas-Salomon. Analyst Ulrich Huwald von der Privatbank Conrad Hinrich Donner sieht Adidas derzeit als "Abstiegsfavorit" aus dem 30 Werte umfassenden Leitindex Dax. Die Aktie habe deshalb am Nachmittag um knapp 5 % auf 72,30 Euro nachgegeben. Mitte Februar muss die Deutsche Börse entscheiden, welches Unternehmen für den designierten Dax-Kandidaten Deutsche Post aus dem Index fällt. Die Wahl wird voraussichtlich zwischen Adidas und KarstadtQuelle getroffen.

Unter Druck standen auch die Papiere des Pharma-Spezialisten Schering. Nachdem das Investmenthaus Goldman Sachs die Aktien der Berliner herab gestuft hatte, häuften sich die Verkaufsorders. Die Aktie verlor 2,17 % auf 56,34 Euro.

Presseberichten zufolge will der größte deutsche Energiekonzern RWE mehr als 5 Mrd. DM für die Übernahme des spanischen Energieversorgers Hidrocantabrico bezahlen. "Der spanische Branchenvierte ist heiß begehrt", sagte ein Analyst, mehrere europäische Unternehmen seien inzwischen an einer Übernahme interessiert. Die Aktien von RWE verbuchten ein leichtes Minus von 1,62 % auf 42,40 Euro.

Am Neuen Markt profitierten EM.TV von Gerüchten über Gegenangebote zur Offerte der Kirch-Gruppe. Die Aktien des angeschlagenen Filmerechtehändlers stiegen um 2,92 % auf 8,11 Euro. Im Hinblick auf Spekulationen, dass auch andere Firmen Interesse zeigten, habe EM.TV einen größeren Handlungsspielraum. Sie zeigten, dass EM.TV mehr Verhandlungsmacht gegenüber der KirchGruppe besitze als ursprünglich angenommen.

Der Rentenmarkt tendierte bis zum Nachmittag freundlich. Der Richtung weisende Bund-Future notierte um 0,3 % fester mit 109,28 Punkten. Der Rentenindex REX lag kaum verändert bei 112,87 Punkten. Die Bundesbank setzte die Umlaufrendite am Freitag auf 4,74 % (Donnerstag 4,75) fest.

Der Euro tendierte zum Wochenschluss etwas schwächer. Um 14.45 Uhr kostete die Gemeinschaftswährung in Frankfurt 0,9355 $. Die Europäische Zentralbank hatte zuvor den Referenzkurs auf 0,9407 US- $ festgesetzt. Der $ kostete damit 2,0791 DM.

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