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15.01.2002

20:19 Uhr

Dax nahezu unverändert

Anleger entdecken die Reize von Schering

Zwei Schattengewächse standen am Dienstag an der Frankfurter Börse ausnahmsweise mal im Rampenlicht: Mit Schering und Fresenius Medical Care führten zwei Aktien zeitweise die Siegerliste im Deutschen Aktienindex (Dax) an, die sonst kaum im Fokus stehen.

FRANKFURT/M. "Die Stimmung an der Börse ist derzeit von Unsicherheit geprägt, da greift man eher zu Werten, die einen stabilen Eindruck machen", sagte Aktienhändler Alfred Kaiser vom Makler Fritz Nols. So habe der Berliner Pharmakonzern Schering kürzlich angekündigt, trotz Konjunkturflaute ein weiteres Rekordjahr hinzulegen. Fresenius Medical Care gilt wegen seiner Ausrichtung auf Medizintechnik, speziell Dialyse, als robust gegenüber den Turbulenzen der Weltwirtschaft. Beide Titel zählen nicht zu den Schwergewichten im Dax. Bei Schering bekräftigte zudem die Investmentbank Merrill Lynch gestern ihr Anlageurteil "Starker Kauf" (Strong Buy) und nannte ein Kursziel von 76 Euro. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von mehr als 25 % gegenüber dem aktuellen Kurs. "Auch charttechnisch sieht Schering gut aus", sagte Händler Kaiser. Er hält allerdings auch einen Rückschlag für möglich.

Nach der positiven Eröffnung der US-Börsen stabilisierte sich gestern zunächst der positive Handelstrend in Frankfurt. Am Morgen war der Dax abgetaucht. "Da dachte ich, jetzt steigen wir in einen Abwärtstrend ein", sagte ein Londoner Händler. Doch dann erholten sich die Kurse zwischen 10 und 12 Uhr um fast 1 %. Der Dax pendelte lange um den Vortagesschluss. Bei Handelsende notierte das Börsenbarometer mit einem Minus von 0,04 % bei 5 068,80 Punkten.

Auf der Verliererseite standen konjunkturabhängige Vertreter der "Old Economy", zum Beispiel der Stahl- und Maschinenbaukonzern Thyssen-Krupp. Die Titel verloren am Morgen fast 5 %, konnten einen Teil der Verluste jedoch später wettmachen. Das Unternehmen hatte zwei Wochen nach Ablauf des ersten Quartals des Geschäftsjahres 2001/2002 seine pessimistische Ertragsprognose bekräftigt und eine Verfehlung des Umsatzzieles angedeutet. "Die Zahlen waren solide, aber einige Investoren hatten wohl auf einen positiveren Ausblick gehofft", sagte Fritz-Nols-Makler Kaiser. Auch Aktien des Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzerns MAN verloren kräftig. MAN legt am morgigen Donnerstag neue Zahlen vor. Ein Frankfurter Händler sagte, offenbar rechneten einige Investoren mit einer negativen Überraschung.

Dagegen profitierte Infineon von mehreren Analystenempfehlungen. So stufte Goldman Sachs die gesamte Technologiebranche hoch. Auch Analysten von Lehman Brothers äußerten sich positiv. Der MDax für mittelgroße deutsche Werte verlor bis zum Handelsende 0,19 %. Starke Kursverluste erlitten die Aktien des Baukonzerns Bilfinger Berger. Offenbar hat der Elektrokonzern Bosch kein Interesse mehr an einer Übernahme des Heizungsbauers Buderus, an dem Bilfinger Berger beteiligt ist.

Unter den Regionalbörsen zeigte sich Düsseldorf fester, München tendierte etwas fester und Berlin gut behauptet. Kaum verändert lautete die Tendenz in Hamburg, während Hannover und Stuttgart lediglich knapp behauptet notierten. Etwas leichter zeigte sich Bremen.

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