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01.02.2001

18:20 Uhr

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Dax zeigt sich unbeeindruckt

Die deutschen Standardwerte haben sich von den Zinsentscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) und der US-Notenbank (Fed) unbeeindruckt gezeigt, aber unter Gewinnmitnahmen gelitten.

dpa FRANKFURT/MAIN. Der Deutsche Aktienindex DAX verlor 0,8 % auf 6740 Zähler. Noch deutlichere Einbußen musste der Neue Markt hinnehmen. Der NEMAX 50 sackte um 3,04 % auf 2719 Punkte ab, während der Nebenwerte-Index MDAX knapp behauptet bei 4806 Zählern notierte.

Die EZB hatte die Zinsen in Euroland am Mittag unverändert gelassen, die Fed hatte die Leitzinsen am Vortag zum zweiten mal in einem Monat um 0,5 Prozentpunkte gesenkt.

Auch die wichtigsten europäischen Börsen präsentierten sich am Donnerstag nach der von den Märkten erwarteten Leitzinssenkung in den USA leichter. Vor allem an der Pariser Börse purzelten die Kurse, auch die größte europäische Wertpapierbörse in London stand unter Druck. Der Euro Stoxx 50 gab 1,37 % auf 4714 Zähler ab.

Zu den stärksten Titeln im DAX zählten Epcos . Der Hersteller passiver Bauelemente für Elektronikgeräte hatte am Morgen seine Quartalsergebnisse präsentiert und damit die Investoren überrascht. "Die Zahlen waren sehr positiv und gut über den Erwartungen", sagte BHF-Bank-Analyst Holger Schmidt. Die Aktien gewannen am Vormittag um bis zu drei Prozent, verloren bis zum frühen Abend jedoch wieder leicht und notierten bei 91,95 ?.

Gleichmäßiger Aufwind beflügelte die Lufthansa -Papiere. Nach den Kursverlusten der vergangenen Tage sei die "kleine Tagesrally" eine technische Reaktion, sagten Händler. Außerdem hätten die am Mittag vorgelegten Bilanzzahlen der niederländischen Fluglinie KLM der "Kranich-Aktie" Schwung gegeben. "Offensichtlich haben die europäischen Fluglinien im vergangenen Quartal besser gewirtschaftet als die US-amerikanischen Airlines", sagte ein Analyst. Daher würde auch die deutsche Airline aufgewertet. Die Aktie gewann 5,42 % auf 26,25 ?.

Unter Druck standen im Tagesverlauf Bankentitel. Nachdem die Deutsche Bank ihre Geschäftszahlen für 2000 bekannt gegeben hatte, verlor das Papier bis zum frühen Nachmittag 6,19 % an Wert und notierte mit 98,13 ?. Als Begründung nannten Händler zum einen Gewinnmitnahmen, zum anderen Sorgen um die Verwaltungskosten des Geldhauses, die höher ausgefallen waren als erwartet. Auch Commerzbank und Dresdner Bank mussten Federn lassen.

Die andauernden Verhandlungen zwischen der Kirch-Gruppe und der am Neuen Markt notierten EM.TV über einen Einstieg des Medienmoguls beim angeschlagenen Münchner Filmerechtehändler verhalfen der EM.TV-Aktie zu zwischenzeitlichen Kursaufschlägen. EM.TV will eine weitere Woche lang ausschließlich mit der Kirch-Gruppe über eine Partnerschaft verhandeln. Gerüchten zufolge sind außerdem drei weitere Unternehmen daran interessiert, sich bei dem Filmrechtehändler einzukaufen.

Der Rentenmarkt tendierte freundlich. Der Richtung weisende Bund- Future notierte um 0,1 % fester mit 108,99 Punkten. Auch der Rentenindex REX verbesserte sich um 0,1 % auf 112,86 Punkte. Die Bundesbank hat die Umlaufrendite am Donnerstag auf 4,75 % (Mittwoch 4,77) festgesetzt.

Der Euro gab zuletzt auf 0,9385 $ nach. Die EZB hatte den Referenzkurs für die Gemeinschaftswährung am Mittag auf 0,9406 (Mittwoch:0,9293) Dollar festgelegt. Der Dollar kostete damit 2,0793 (2,1046) DM.

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