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05.02.2001

17:39 Uhr

Debütant Deutsche Börse legte gegen den Trend kräftig zu

Deutsche Aktien am Nachmittag unter Druck

Die deutschen Aktienwerte tendierten am Montagnachmittag schwächer, wobei die Wachstumstitel des Neuen Marktes stärker unter Druck standen als die Standardwerte.

Reuters FRANKFURT. Vor allem die Technologiebranche leide unter der Unsicherheit über die weitere Entwicklung der US-Konjunktur und schwindenden Zinsfantasien, sagten Händler. Unter Druck stünden aber auch die Bankenwerte, nachdem die Commerzbank am Montagmittag enttäuschende Geschäftszahlen veröffentlicht hatte. Der Debütant Deutsche Börse legte unterdessen gegen den Trend kräftig zu.

Bis zum Nachmittag verlor der Deutsche Aktienindex (Dax) 0,32 % auf 6 616,94 Punkte. Am Neuen Markt gab der Nemax-All-Share-Index um 1,93 % auf 2 596,92 Zähler und der Nemax-50 um 2,06 % auf 2 550,70 Punkte nach. Der MDax für die mittelgroßen Werte tendierte fast unverändert bei 4 812,78 Punkten.

Die Stimmung an den deutschen Aktienmärkten bezeichneten Börsianer als "lustlos". Das Geschehen werde hauptsächlich von technischen Faktoren bestimmt, sagte ein Händler. Es fehle die Kaufbereitschaft der Anleger. Er hoffe aber darauf, dass die Umsätze in den kommenden Tagen wieder anzögen.

Die deutschen Technologiewerte standen parallel zu ihren internationalen Mitbewerbern unter Druck. Zwar rechnen Experten nach der Veröffentlichung der amerikanischen Arbeitsmarktdaten am vergangenen Freitag auch weiterhin mit einer erneuten Zinssenkung der US-Notenbank. Sie werde aber voraussichtlich nicht so stark ausfallen, wie von einigen Anlegern erhofft. Der Technologiebranche könne aber nur ein deutlicher Zinsschritt zu einem kräftigen Aufschwung verhelfen, hieß es. Die US-Technologiebörse Nasdaq gab um 0,56 % auf 2 645 Punkte nach, der Dow Jones Index legte jedoch um 0,42 % auf 10 910 Zähler zu.

Nach der Veröffentlichung ihrer Ergebnisse rutschten Commerzbank um 2,97 % auf 30,35 Euro ab. Auf der Gewinnerseite standen Hypo-Vereinsbank mit einem Plus von 3,73 % auf 65,35 Euro. Analysten zufolge profitiert die Aktie von zuvor angekündigten Restrukturierungen im Immobiliengeschäft der Bank.

Händlern zufolge litten die Titel von Adidas Samolon unter Gewinnmitnahmen und unter der Tatsache, dass die Aktie ihren Platz im Dax voraussichtlich für die Deutsche Post räumen muss. Die Papiere fielen um 4,17 % auf 69 Euro. Gefragt waren Schering , die sich um 3,62 % auf 58,15 Euro verteuerten. Einen eindeutigen Grund für den Zuwachs konnten Börsianer nicht ausmachen. Der Debütant Deutsche Börse legte knapp elf Prozent auf den Ausgabepreis zu und tendierte bei 372 Euro.

Trotz der Verluste am Neuen Markt sei kein echter Verkaufsdruck zu spüren, sagte Florian Weber, Händler bei Börsenmakler Schnigge. Angesichts der guten Kurssteigerungen seit Jahresbeginn seien die Verluste "sehr gesund". Auch sei das weitere Abwärtspotenzial gering.

Am Wachstumssegment führten Gauss Interprise die Gewinnerliste an. Die Aktie stieg um 24,11 % auf 3,50 Euro. Das Unternehmen hatte den baldigen Abschluss der Kapitalerhöhung angekündigt. Unter den Schwergewichten rutschten comdirect nach der Veröffentlichung der Commerzbank-Zahlen in der Spitze um 4,5 % ab, erholten sich jedoch wieder und legten um 1,71 % auf 18,40 Euro zu.



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