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07.01.2003

12:49 Uhr

Defekt am Kühlsystem

Neue Ariane-Rakete macht sechs Monate Pause

Nach dem gescheiterten Premierenflug muss die nächste Rakete des Typs Ariane 5-Plus mindestens sechs Monate auf den nächsten Startversuch warten. Ein undichtes Kühlsystem macht Veränderungen am Haupttriebwerk der leistungsstärksten europäischen Trägerrakete notwendig, hat eine Untersuchungskommission des Fehlstarts vom 11. Dezember festgestellt.

HB/dpa PARIS. Nach dem am Dienstag in Paris vorgelegten Bericht über die Ursache der Panne kann die Basis-Version der Ariane 5, die ein anderes Triebwerk hat als das Modell 5-Plus, wahrscheinlich bereits in der zweiten Februarhälfte wieder regulär starten. Ob Europas Satellit "Rosetta" noch im Januar in einem Spezialflug auf seinen Weg zu einem Kometen gebracht werden kann, soll am nächsten Dienstag entschieden werden.

Die Ariane 5-Plus sollte im Dezember erstmals eine Rekordnutzlast von zehn Tonnen in den Weltraum befördern. Sie geriet drei Minuten nach dem Start in Kourou (Französisch-Guyana) völlig außer Kontrolle und verlor dramatisch an Schub. Zusammen mit zwei europäischen Kommunikationssatelliten an Bord wurde die Rakete in 69 Kilometern Höhe gesprengt. Sie stürzte 800 bis 1000 Kilometer vor der Küste in den Atlantik. Der gescheiterte Start kostete etwa 600 Mill. ?.

Risse in den leckenden Kühlrohren der Triebwerksdüse haben offensichtlich zum Fehlschlag beigetragen, hielt die Untersuchungskommission unter Leitung des deutschen Antriebsexperten Wolfgang Koschel vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) fest. Der Professor verlangt von der Betreibergesellschaft Arianespace, die Düse des neuen Triebwerks Vulcain zwei zu verbessern und dabei auch die positiven Erfahrungen mit dem bisherigen Vulcain- 1-Triebwerk zu berücksichtigen. Wenn ein Triebwerks-Design verändert werde, dann bedeute das immer ein kleines Risiko, erklärte Koschel.

Arianespace-Chef Jean-Yves Le Gall verwahrte sich gegen den Vorwurf, dass Sparprogramme oder Zeitdruck zu einem Designfehler der Düse geführt haben könnten. Er sei optimistisch, denn Arianespace habe gegenwärtig 41 Satelliten in den Auftragsbüchern und werde so schnell wie möglich wieder an den Start gehen. Auch mit der "normalen" Ariane fünf können zwei Satelliten gleichzeitig in den Weltraum gebracht werden, sofern ihr Gesamtgewicht sieben Tonnen nicht übersteigt. Die mit Verlusten kämpfende Gesellschaft hatte für dieses Jahr drei Starts der neuen Ariane 5-Plus geplant.

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