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07.01.2002

15:57 Uhr

Dem Düsseldorfer Energiekonzern Eon gelingt Drei-Milliarden-Euro-Deal

Norsk Hydro kauft VAW Aluminium

Der Düsseldorfer Energiekonzern Eon hat seine Tochter VAW Aluminium an den norwegischen Energie- und Metallkonzern Norsk Hydro ASA verkauft. Die Norweger wollen 1 100 Stellen abbauen.

dpa DÜSSELDORF/OSLO. Der norwegische Mischkonzern Norsk Hydro steigt mit der Übernahme der Eon-Tochter VAW Aluminium zum Branchenprimus in Europa auf. Für den Verkauf des größten deutschen Aluminiumherstellers kassiert der Düsseldorfer Energiekonzern 3,1 Milliarden Euro (6,1 Mrd DM). Der neue Verbund Hydro Aluminium werde künftig 30 000 Menschen beschäftigen und 10 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften, sagte Konzerndirektor Jon Harald Nilsen, am Montag in Düsseldorf. Durch Kosteneinsparungen sollen in den kommenden Jahr weltweit 1 100 Arbeitsplätze gestrichen werden.

Aus der Transaktion erlöst der Energieriese E.ON einen steuerfreien Gewinn von 1,1 Milliarden Euro. Für VAW aluminium eröffne der Verbund mit Norsk Hydro hervorragende Perspektiven, teilte E.ON mit. Die Aktivitäten beider Unternehmen überschnitten sich kaum und ergänzten sich deshalb in «idealer Weise», hieß es. Die Akquisition muss noch durch die europäische Kartellbehörde und den Aufsichtsrat von Norsk Hydro genehmigt werden.

"Mit dem Verkauf realisieren wir eine gute Lösung für die VAW- Mitarbeiter und erzielen zugleich einen attraktiven Kaufpreis", erklärte E.ON-Vorstandschef Ulrich Hartmann. Die frei werdenden Mittel will das Unternehmen für den weiteren Ausbau des Kerngeschäfts nutzen. E.ON konzentriert sich dabei ganz auf die Sparte Energiedienstleistungen (Strom, Wasser, Gas).

Durch die Abgabe von knapp einem Dutzend von Beteiligungen - unter anderem Schmalbach-Lubeca, Veba Oel, E-Plus, Viag Interkom, MEMC, Cablecom - hat E.ON in den vergangenen Jahren mehr als 25 Milliarden Euro erlöst. Zum Verkauf stehen noch zwei Telekom-Beteiligungen (Österreich und Frankreich), weitere Anteile an der Logistiktochter Stinnes sowie mittelfristig auch die Immobilienfirma Viterra und die Chemietochter Degussa.

Norsk Hydro will zu den weltweiten Branchenführern aufschließen. Vorstandschef Eivind Reiten sagte in Oslo zur größten Übernahme in der Geschichte seines Unternehmens: "Dieser Kauf ist attraktiv für uns und wird unsere Ertragslage verbessern. Der Kauf bedeutet gleichzeitig eine kräftige Stärkung der Aluminium-Aktivitäten. Das entspricht unserer Strategie mit dem Ziel, eines der weltweit führenden Aluminiumunternehmen zu werden."

Die VAW Aluminium AG (Bonn) erwirtschafte im Jahr 2000 mit knapp 16 000 Beschäftigten einen Umsatz von 3,7 Milliarden Euro. Die künftige Zentrale der Hydro Aluminium werde in Oslo angesiedelt, sagte Nilsen weiter. Deutsche Standorte, vor allem Bonn und Ratingen, sollen aber erhalten bleiben.

So werden die operativen Geschäfte für gewalzte Erzeugnisse, Autoteile und flexible Verpackungen von Deutschland aus geführt. Den zuletzt genannten Bereich mit einem Umsatz von 550 Millionen Euro und 4800 Beschäftigten will Hydro Aluminium allerdings verkaufen. VAW- Chef Helmut Burmester bleibt dem neuen Unternehmen zunächst erhalten. Als zweiter Vorstandschef soll er die Integration der beiden Firmen vorantreiben.

Die Börse reagierte kaum auf die Ankündigung, über die bereits seit Wochen spekuliert worden war. Eon-Aktien gaben im Vormittagsgeschäft im Xetra-Handel in etwa in Einklang mit Einbußen am Börsenbarometer Dax leicht nach.

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