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08.01.2003

11:01 Uhr

Der Boom hält unvermindert an

Geldmaschine Golf kommt wieder auf Touren

Die Geldmaschine Golf kommt nach der Weihnachtspause wieder voll auf Touren. Die Jagd auf Euros, Dollars und den Weltranglistenersten Tiger Woods ist eröffnet, wenn für die Elite in Amerika am Donnerstag auf der Urlaubsinsel Hawaii die Saison der US-PGA-Tour mit der Mercedes Championship in Kapalua beginnt.

HB/dpa FRANKFURT/MAIN. Die europäische Tour setzt in einer der lukrativsten Branchen des Sports die im Dezember auf Taiwan begonnene Saison ab Donnerstag am Kap der Guten Hoffnung mit der South African Open fort.

Auf Hawaii fehlt Woods noch nach seiner Knieoperation im Dezember, nachdem der 27-jährige Superstar mit fünf Siegen und 6,9 Mill. Dollar Preisgeld für 2002 auch die Geld-Weltrangliste anführte. Woods hat sein Training nach einem Aufenthalt in Schweden bei seiner Freundin wieder aufgenommen und wird voraussichtlich Mitte Februar in das Turniergeschehen einsteigen. Deutschlands Vorzeigeprofi Bernhard Langer genießt vor seinem 27. Profijahr den Urlaub bis Februar in seiner Wahlheimat Florida. Mit rund 1,2 Mill. Dollar Prämien steigerte er seinen Gewinn seit 1976 auf 5,797 Mill. Dollar, Woods liegt bei 33,1 Mill. seit 1996.

Während es in anderen Sportbranchen kriselt, ist die weltweite Wirtschaftskrise am Profigolf bisher offenbar vorbei gegangen. Die Sponsoren reißen sich bei stagnierenden Turnier-Angeboten 2003 weiter um Werbeflächen, Logos im Titel oder auf der Bekleidung der Spieler, die allerdings nur in der absoluten Leistungsspitze als Geld- Millionäre wie Woods oder Bernhard Langer ihre Schäfchen im Trockenen haben. Erstmals steigt im August die Deutsche Bank als Titelsponsor auf dem lukrativen amerikanischen Markt bei der "DB US Championship" in Norton /Massachusetts ein. Es ist eines der 20 Turniere in USA, bei dem mindestens 5 Mill. Dollar Preisgeld ausgelobt werden und der Sieger 900 000 Dollar erhält.

Mitgliederzahlen in den Klubs steigen

In Deutschland finanziert die DB bisher zusammen mit der SAP nur die gleichnamige Open, die mit 5,3 Mill. Euro dotiert ist. Das ist trotz der deutschen Konjunkturflaute auch ein Hinweis auf expandierende Geschäfte mit Golf, das seit Jahren für Zuwachszahlen bis zu 12 % unter den Mitgliedern in bisher 664 Clubs des Deutschen Golf-Verbandes (DGV) sorgt. 2002 hat es einen kräftigen Anstieg der Mitgliederzahlen gegeben, erwartet werden etwa 8 %.

Allein 225 Mill. Dollar schüttet die Professional Golf Association (PGA) 2003 in den USA als Arbeitgeber von rund 200 Berufsspielern auf der PGA-Tour an Prämien für 48 Turniere aus. Das ist im Vergleich zu 2002 eine Steigerung bei gleich bleibendem Angebot um 2,2 %. Die Kollegen der europäischen Konkurrenz müssen sich mit knapp der Hälfte begnügen. Für 44 offizielle Wettbewerbe 2002 lagen 112,657 Mio Euro im Prämientopf. Das waren 10,5 Mio Euro mehr als 2001.

Für diese Saison mit 45 Turnieren erwartet die im englischen Virginia Water residierende PGA of Europe eine Steigerung um weitere fünf Prozent. Um diese Preisgelder spielen mit Langer, dem erstmals als zweitem Deutschen auch für die US-Tour qualifizierten Alexander Cejka (München) noch Sven Strüver (Hamburg), Tobias Dier (Nürnberg) und Marcel Siem (Düsseldorf) mit. Erol Simsek (Bad Salzuflen) ist wegen Verletzungspech 2002 nur bedingt für die neue Serie zugelassen.

"Das war mein Goldener Herbst", schrieb Langer über den erfolgreichen Jahresabschluss 2002 mit dem Turniersieg bei den "Volvo Masters" und dem persönlichen Triumph zuvor als zweiterfolgreichster Punktesammler beim Ryder Cup-Sieg gegen die USA. Der 16. Weltranglistenplatz war die Belohnung für den 45-jährigen Fleißarbeiter, der auch 2003 wieder als bester Deutscher seit 27 Jahren an den Start geht und bei der "Buick Invitational" am 10. Februar in San Diego/Kalifornien sein Saisondebüt gibt.

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