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13.02.2004

07:11 Uhr

Der Druck vor der Riesen-Kulisse war groß

Wenn der Zeigefinger nervös wird

VonHelen Ruwald

Kati Wilhelm verschießt in der Staffel die Silbermedaille, rettet den deutschen Biathletinnen dann aber Bronze.

Staffelläuferin Katrin Apel drückte es drastisch aus: "Als Letzte bist du der Depp oder der Held." Je nachdem, ob sie einen Vorsprung verspielt oder den Rückstand noch aufholt. Apel selbst hat viel Erfahrung als Staffelläuferin, doch die Thüringerin war froh, dass bei der Frauenstaffel über 4 x 6 Kilometer nicht sie, sondern Kati Wilhelm die letzte Läuferin war. "Als Letzte braucht man Kaltschnäuzigkeit, das passt mehr zu Kati", sagte sie. Doch sie irrte. Wilhelm ging als Zweitplatzierte ins Rennen, zeigte Nerven am Schießstand und musste am Ende um Bronze bangen. Die deutschen Frauen wurden Dritte hinter Norwegen und Russland.

Nach je einmal Silber (Verfolgung) und Bronze (Sprint) für Martina Glagow war es die dritte Medaille für die deutschen Frauen, bei denen die mehrfache Staffelweltmeisterin Uschi Disl fehlte. Sie war nach einem grippalen Infekt noch nicht fit. Glagow ging als Erste ins Rennen und demonstrierte erneut ihre exzellente Form. Die Startläuferin soll möglichst einen Vorsprung herauslaufen, den die nachfolgenden Kolleginnen verteidigen. Genau das tat Glagow. Die 24-Jährige, die 2003 als erste Deutsche den Gesamt-Weltcup gewonnen hatte, traf sowohl beim Liegend- als auch beim Stehendschießen in hohem Tempo alle fünf Scheiben und kam mit einem Vorsprung von 20,4 Sekunden vor der Weißrussin Ekaterina Iwanowa ins Ziel. "Ich bin sonst nie nervös, aber heute war ich schon aufgeregt. Der Druck vor der großen Kulisse vor eigenem Publikum war hoch", sagte Glagow.

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