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10.07.2000

10:57 Uhr

Der Einsatz von UMTS-Standard ist geplant

Mit Handys aus der Krise: Alcatel setzt auf Mobilfunk

Ein Koloss wird mobil: Dem einst kränkelnden Elektronikkonzern Alcatel hat der Mobilfunkboom der vergangenen Monate wieder eine echte Zukunftsperspektive beschert. Am Montag wurde die Alcatel-Aktie mit 75 Euro gehandelt; am 5. April war das Papier noch weniger als 40 Euro wert gewesen.

dpa STUTTGART. Veraltete Technologien und Entlassungen bestimmten in Deutschland lange das Bild des französischen Großunternehmens, das hier zu Lande mehr als 11 000 Mitarbeiter beschäftigt. Nach der Umstrukturierung ist Alcatel bei der Handyproduktion nun ein schneller Erfolg geglückt. 1997 lieferte das Unternehmen drei Mill. Mobiltelefone mit GSM-Standard aus. Im ersten Halbjahr 2000 waren es bereits mehr als zehn Mill., davon jedes vierte in Deutschland.

"Hinter China werden in diesem Jahr in Deutschland die meisten Handys verkauft", sagt Eric Mariette, der von der Alcatel SEL AG in Stuttgart aus das Mobilfunkgeschäft für diverse europäische Länder koordiniert. Der deutsche Marktanteil von Alcatel-Handys liegt in diesem Jahr bei 14 %, weltweit sind zehn Prozent angepeilt. In Europa ließ Alcatel Ericsson oder Philips bereits 1999 hinter sich.

Für dieses Jahr erwarten die Handyhersteller, dass die Zahl der Käufer anspruchsvollerer Zweithandys erstmals die der Mobilfunk- Neulinge überschreitet. Außerdem lassen sich die Geräte des oberen Segments weltweit einheitlich vermarkten. "Die preiswerten Handys sind nicht überall gleich erfolgreich, weil eben Alltagsgegenstände in China oder Frankreich ganz anders aussehen", sagt der Alcatel - Chefdesigner Vincent Creance. "Doch das teure Technikdesign wird in allen Ländern akzeptiert."

Für die nächsten Jahre setzt Alcatel auf das mobile Internet. Anfang 2001 sollen die ersten Geräte mit dem Übertragungssystem GPRS ausgeliefert werden, das wie im Internet Daten als Paket überträgt und damit schnelleren Zugriff auf mobile Dienstleistungen erlaubt. Auch der UMTS-Standard der dritten Handy-Generation, für den Ende Juli die deutschen Lizenzen versteigert werden, ist fest eingeplant.

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