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16.01.2004

15:48 Uhr

Der Fahrer soll sich wie im Cockpit eines Flugzeuges fühlen

Süß-saurer Spaß

VonOlaf Wittrock (Handelsblatt)

Steffen Hengstenberg, Sprecher der Esslinger Sauerkraut-Dynastie, testet das Saab-9-3-Cabrio. Der schwedische Klassiker trifft den Geschmack des Schwaben - da vergisst er gerne einmal die Kohlbottiche.

Es gibt in Steffen Hengstenbergs Leben mindestens drei Menschen, die diesen Tag noch aufregender gefunden haben dürften als er selbst: einen guten Freund und seine beiden Kinder. Der eine ist Saab-Fahrer, ein ausgesprochener Fan und total neidisch. Die beiden anderen auch: weil Papa heute Cabrio fahren darf. Von der schwedischen Automarke haben sie noch nie etwas gehört.

Womit bereits ziemlich genau umschrieben ist, was für Typen hier zusammentreffen: Der eine kommt als Familienmensch daher, der sich zudem gern mit Freunden umgibt. Der andere, das Saab-9-3-Cabrio, versammelt ebenfalls eine eingeschworene Gemeinde treuer Liebhaber um sich. Als jüngster Spross der skandinavischen Autofamilie tritt das Auto an, die Tradition des Hauses zu pflegen. Und den Ruf zu mehren. Denn Saab ist eben nicht in aller Munde.

Solche Sorgen können den heutigen Testfahrer nicht plagen: Wenn man so heißt wie das berühmteste Sauerkraut der Republik, braucht man sich um die Bekanntheit kaum Gedanken zu machen. Steffen Hengstenberg, Ur-Ur-Enkel von Firmengründer Alfried und jüngster Sohn des heutigen Verwaltungsratschefs Helmut trägt einen höchst hausgemachten Markennamen: Seit 128 Jahren verkaufen die Esslinger Unternehmer Essige, daneben steht der Name heute auf Senftuben, Mildessa-Sauer- und Rotessa-Rotkrautdosen, Gurkengläsern mit den Sorten Sticksi und Knax.

Selbst das Tomatenmark "Oro di Parma" ist eine Kreation von Hengstenberg. Der 38-jährige Firmensprecher Steffen, der mit seinem spitzbübischen Lächeln auch gut und gern für 30 durchgehen würde, trägt sein Erbe gelassen: "Sauerkraut ist ein total schönes Produkt."

Solide Ware aus Schwaben: ehrlich, einfach, gut. Als Autofahrer fand Hengstenberg diese Werte zuletzt in bayerischer Wertarbeit: Sein 5er BMW hat mittlerweile 180 000 Kilometer auf dem Buckel. Zeit für einen Wechsel? Nicht unbedingt: "Da ist ein Diesel ja grad mal eingefahren", scherzt der Firmenjunior.

Im Saab-Cabrio entdeckt er aber sogleich viele Qualitäten. Das Auto macht rundum nicht viel Aufhebens um sich, versteckt seine zweifellos vorhandenen Reize hinter einer wenig auffälligen Karosserie. "Ich mag die schlichte Umgebung", sagt Hengstenberg, der sich im Cockpit des Cabrios umschaut und gleich darauf die vielen Knöpfe für Telefon und Radio auf dem Lenkrad ausprobiert: "Schnickschnack."

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