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23.01.2001

19:00 Uhr

Der Fondsstar aus Amerika traut dem Dow und der Nasdaq viel zu

David Alger bleibt High-Tech-Titeln treu

VonIngo Narat

Jetzt locken Internetwerte. Das glaubt ein Stratege, der im vergangenen Jahr mit Technologietiteln Schiffbruch erlitt. Günstigere Bewertungen und weitere Zinssenkungen sollen die Wende bringen.

FRANKFURT/M. Der Rückschlag bringt den-Berufs-Optimisten nicht aus der Ruhe: "Wir bleiben den Wachstumswerten treu und halten an unserer Anlagephilosophie fest." Im Jahr 2001 will er die langfristige Erfolgsserie mit Rückenwind von den Börsen fortsetzen. Seine Indexziele für Dow und Nasdaq: bis zu 13 000 Punkte bzw. mehr als 4 000 Zähler. Das wären immerhin Gewinne von über 20 bzw. 40 % im laufenden Jahr.

Alger startete mit seinem gestrigen Ausblick auf ein "ausgezeichnetes Börsenjahr" eine Deutschland-Reise. Den Auftakt bildete eine Pressekonferenz in Frankfurt. In den nächsten Tagen wird er in Hamburg und München Station machen. Dem 56jährigen begeisterten Porsche-Fahrer liegt Deutschland besonders am Herzen. Denn hiesige Anleger haben ihm immerhin rund 800 Mill. $ anvertraut. Das ist fast das gesamte Geld der nicht-amerikanischen Alger-Kunden. Insgesamt verwaltet der Stratege mit seinen 220 Beschäftigten über 18 Mrd. $. Er ist der Kopf der Firma, nachdem sich sein Bruder Fred, der die Firma 1964 ins Leben gerufen hatte, schon vor Jahren aus dem aktiven Geschäft zurückzog.

Das Geld der deutschen Kunden steckt in insgesamt sieben Produkten, allesamt auf US-Aktien konzentrierte Investmentfonds. Drei über Luxemburg lancierte Produkte für Aktien kleiner, mittlerer und großer Firmen wurden erst im November aufgelegt. Schon länger existieren die analog ausgerichteten Fonds amerikanischen Rechts, das Alger Small Capitalization Portfolio, das Alger MidCap Growth Portfolio sowie das Alger LargeCap Growth Portfolio. Darüber hinaus gibt es ein Produkt für Firmen jeder Größe, den Alger American Asset Growth Fund. "Im vergangenen Jahr liefen mittelgroße Aktien gut, 2001 werden kleine und große Aktien die Renner sein", prognostiziert Alger. In einem Handelsblatt-Gespräch räumt er die gestiegene Nervosität seiner Anleger ein. Aber Gelder abgezogen haben sie nach seiner Schilderung kaum.

Sie denken offenbar langfristig. Denn die Produkte für Standardwerte rutschten mit Verlusten von 21 % bzw. 9 % im vergangenen Jahr zwar auf hintere Plätze in den Performance-Hitlisten. In den beiden Vorjahren hatten sie jedoch mit Spitzenrenditen die meisten Konkurrenten abgehängt. Das MidCap Growth Portfolio schlug sich sogar in der Fonds-Bilanz 2000 beachtlich.

Algers Herz hängt an der e-Bay-Aktie Algers Hoffnungen ruhen auf den erwarteten weiteren Zinssenkungen der US-Notenbank und den günstigeren Aktienbewertungen. Unter Branchengesichtspunkten setzt er auf die Sektoren Software, Internet, Telekommunikation, Finanzdienstleistungen und Gesundheit. Den im vergangenen Jahr so stark gebeutelten Internetfirmen traut er einiges zu: "Einige der traditionellen Aktien wie e-Bay oder Ariba sehen hervorragend aus."

Im größten Fonds, dem LargeCap Growth Portfolio mit 1,2 Mrd. $ Vermögen, zählen jetzt Werte wie Exxon Mobil, Tyco International, American Home Products, Pfizer, Citigroup und Halliburton zu den zehn größten Positionen.

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