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25.05.2000

20:38 Uhr

Der MAN-Vorstand wird der Hauptversammlung im Dezember möglicherweise den Rückkauf von Vorzugsaktien vorschlagen

MAN: Die neue Lkw-Generation kommt gut an

Der Maschinenbaukonzern will sich in den kommenden eineinhalb Jahren von 600 bis 700 Mill. DM Umsatzvolumen trennen und die zufließenden Mittel in den Ausbau der Kerngeschäfte stecken. Innerhalb von fünf Jahren sind Zukäufe oder Allianzen im Volumen zwischen 5 und 18 Mrd. DM geplant.

um MÜNCHEN. Der Vorstand der MAN AG wird auf der Aufsichtsratssitzung Ende Juni einen "sachdienlichen Vorschlag" zur Behandlung der Vorzugsaktien vorlegen. Der Plan, der der HV im Dezember präsentiert werden soll, könnte sich am Rückkaufprogramm der RWE orientieren, deutete Konzernchef Rudolf Rupprecht in München an. Dieses sieht einen Rückkaufpreis für die Vorzüge von maximal 80 % des Kurses der Stammaktie vor.

Hinweise auf mögliche Ausstiegsabsichten der Großaktionäre Allianz, Commerzbank und Münchener Rück, die in der Regina 36,1 % der MAN-Stämme gepoolt haben, hat Rupprecht nicht. Solange die Performance des Konzerns, basierend sowohl auf dem Ergebnis als auch der Kursentwicklung der Aktie, besser sei als die von 80 % der Fondsgesellschaften, gebe es keinen Anlass zu verkaufen.

In den kommenden eineinhalb Jahren will sich MAN von nicht unmittelbar zum Kerngeschäft zählenden Bereichen mit einem Umsatzvolumen von 600 bis 700 Mill. DM trennen. Das Geld soll in Akquisitionen zum Ausbau der Kernbereiche fließen. Bis 2003/2004 wird eine Umsatzgrößenordnung zwischen 37 und 50 Mrd. DM angestrebt. Dabei sollen 5 bis 18 Mrd. DM aus Zukäufen oder strategischen Allianzen kommen. Ob die Obergrenze erreicht werden kann, wird letztlich davon abhängen, ob eine größere Akquisiton oder Allianz im Nutzfahrzeugbereich realisiert werden kann. Die erforderlichen Mittel könnte sich der Konzern für diesen Fall laut Rupprecht auch über einen Börsengang von Töchtern besorgen.

Strategische Allianzen im Nutzfahrzeugbereich werde es aber nur unter MAN-Führung geben. MAN, so Nutzfahrzeugchef Klaus Schubert, habe durchaus die Kraft, Wachstum von innen heraus darzustellen und zu finanzieren. Expansionsmöglichkeiten sieht Schubert derzeit eher in Richtung Osteuropa.

Für die im Raumfahrtgeschäft tätige MAN Technologie legte Rupprecht erstmals Ausbaupläne vor. Ein Verkauf oder die Einbringung in einer größeren Verbund gegen eine Beteiligung seien nicht interessant. Dafür fasst er die Möglichkeit schrittweiser Zukäufe ins Auge. Für das jetzt angelaufene Ariane 5-Programm werde es wegen der größeren Traglast weniger Starts geben. Die freiwerdenden Kapazitäten könnten für die Fertigung von Leichtbau-Flugzeugteilen eingesetzt werden. Ergänzend arbeite MT auch in Kooperationsprojekten an wiederverwendbaren Raumtransportern, u.a. mit der Nasa.

Die Auftragseingangs- und Umsatzzahlen im Konzern haben sich im April noch besser entwickelt als im "außerordentlichen guten" dritten Quartal. Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr 1999/2000 (30.6.) - 28,5 Mrd. DM Umsatz und 29 Mrd. DM Auftragseingang - werde dadurch mehr als gestützt.

Die Druckmaschinentochter MAN Roland habe in den ersten Tagen der Drupa bereits Aufträge für mehrere 100 Mill. DM verbucht. Die neue Lkw-Generation sei gut vom Markt aufgenommen worden. Im laufenden Jahr wird eine Verbesserung des inländischen Marktanteils auf 26 (24,9) % erwartet. Die Zulieferer, so Schubert, seien derzeit nicht in der Lage, dem Wachstumstempo zu folgen. Engpässe gebe es insbesondere bei Kunststoffteilen.

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