Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.02.2002

15:40 Uhr

„Der Markt handelt im Moment in einer engen Spanne"

Wall Street: Starke US-Verkäufe stützen den Markt

VonWALL STREET CORRESPONDENTS

Die Wall Street erwartet zur Wochenmitte einen mäßig positiven Handelsauftakt. Eine halbe Stunde vor Börseneröffnung deuten die Futures ins Plus. Die Futures auf Dow und Nasdaq legen wieder zweistellig zu, der marktbreite S&P 500 notiert vorbörslich mit einem Gewinn von 4 Punkten.

NEW YORK. Trotz zahlreicher Meldungen sowohl aus dem Tech-Sektor als auch von Unternehmen der Konsumbranchen rechnet man nicht mit großen Kursbewegungen. "Der Markt handelt im Moment in einer engen Spanne, es wird in den nächsten Woche wohl keine dramatischen Gewinne oder Verluste für die großen Indizes geben", sagt ein Händler am Morgen, der seine These auch in einem vergleichsweise schwachen Handelsvolumen begründet sieht. Tatsächlich scheint der Markt einen Boden zu suchen: Nach fünf Tagen teilweise dramatischer Verluste in der vergangenen Woche pendeln der Dow um 9800 Punkte, die Nasdaq um 1900 Punkte.

Den Markt stützen am Morgen die ersten Wirtschaftsdaten der Woche. Die US-Verkaufszahlen sind im Januar zwar um 0,2 Prozent gefallen, doch ist das allein einem starken Einbruch im Automobilbereich zuzuschreiben. Die Autoverkäufe nicht gerechnet, sind die Verkäufe um 1,2 Prozent gestiegen. Das sind nicht nur gute Nachrichten für den Einzelhandel, sondern auch für zahlreiche andere Branchen, da Verbraucher mit höheren Ausgaben vertrauen in die Wirtschaft signalisieren.

Die meist gehandelten Aktien am Morgen sind die Papier von Network Appliances und Applied Materials. Beide Unternehmen haben am Vorabend Quartalszahlen vorgelegt. Network Appliance hat mit einem Gewinn von 16 Millionen Dollar oder 4 Cent pro Aktie die Erwartungen um zwei Cent übertroffen. Der Umsatz ist gegenüber dem Vorjahr um ein Drittel auf 198 Millionen Dollar gefallen. Dem Unternehmen macht die Dominanz von Branchenprimus EMC zu schaffen, und außerdem die Tatsache, dass Firmen weiterhin auf die Kostenbremse drücken und Investitionen zurückzufahren. Network Appliance geht für das laufende Quartal von einem Gewinn in gleicher Höhe wie im jetzt abgelaufenen Quartal aus, Analysten sind optimistischer und rechnen mit einem Ertrag von 3 Cent pro Aktie. Das Papier gewinnt vorbörslich 11,9 Prozent.

Applied Materials, der größte Hersteller von Maschinen für die Chipproduktion, verdiente im vergangenen Quartal 15 Millionen Dollar oder 2 Cent pro Aktie. Analysten gingen von einem Break-Even aus. Der Umsatz rutschte um 58 Prozent auf eine Milliarde Dollar in den Keller. Allerdings machen sich Kostensenkungsmaßnahmen bemerkbar, nachdem das Unternehmen Jobs gestrichen und Gehälter reduziert hat. Die Auftragseingänge sind unverändert geblieben, könnten aber im laufenden Quartal um bis zu 15 Prozent steigen. Applied Materials notiert vor der Glocke stark behauptet.

Ohne größere Bewegungen handelt am frühen Morgen die Aktie von Nortel. Der Telekomausrüster, der seinen Finanzchef wegen umstrittener Investitionen in die Pensionsrücklagen gefeuert hatte, hatte am Dienstag böse Erinnerungen an die Enron-itis geweckt und sowohl den Markt als auch den Glasfasersektor belastet. Am frühen Morgen erholen sich Lucent, JDS Uniphase und Ciena leicht.

Unter Druck stehen am Mittwoch die Medienaktien: Rupert Murdochs News Corp hat am Vorabend einen größeren Verlust gemeldet als erwartet worden war. Im abgelaufenen Quartal musste das Unternehmen aufgrund des rapiden Anzeigenschwunds vor allem in den Bereichen Football, Baseball und Nascar mehr als 900 Millionen Dollar abschreiben. Zwar erhole sich der Anzeigenmarkt mittlerweile, doch setzt News Corp die Erwartungen für 2002 herab. Die Aktie verliert vorbörslich 5 Prozent.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×