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31.01.2001

14:18 Uhr

Reuters MANILA. Der gestürzte philippinische Präsident Joseph Estrada betrachtet sich nach eigener Aussage weiter als rechtmäßiges Staatsoberhaupt. Vor Tausenden Anhängern sagte Estrada am Mittwoch in Manila, zwar habe er den Präsidentenpalast aufgegeben, nicht aber das Präsidentenamt. Die Rechtmäßigkeit des Amtsantritts seiner Nachfolgerin Gloria Macapagal Arroyo stellte Estrada mit der Begründung in Frage, er sei nie von seinem Amt zurückgetreten. Estrada nahm in Manila an einer Versammlung seiner Partei PMP teil, sein erster Auftritt in der Öffentlichkeit seit dem Sturz am 20. Januar. Estrada kündigte an, er und seine Anhänger würden jedoch nichts zur Destabilisierung der neuen Regierung unternehmen, jedenfalls nicht "über das, was die Verfassung uns erlaubt, hinaus".

Estrada werden Bestechlichkeit und Bereicherung auf Kosten seines Volkes vorgeworfen. Ein Amtsenthebungsverfahren gegen Estrada war zwar gescheitert. Der Oberste Gerichtshof hatte ihm jedoch das Mandat entzogen, nachdem Tausende Menschen tagelang gegen Estrada protestiert und Armee, Polizei sowie die meisten Minister ihm ihre Unterstützung aufgekündigt hatten. Der 1998 für sechs Jahre gewählte frühere Filmschauspieler Estrada hatte keine drei Jahre an der Spitze des Staates gestanden.

"Ich werde das philippinische Volk nie verlassen", kündigte Estrada an und fügte hinzu: "Hier lebe ich, und hier werde ich sterben". Die neue philippinische Regierung hat Estrada, seine Frau und zahlreiche Getreue mit einem Ausreiseverbot belegt. PMP-Generalsekretär Ronaldo Zamora sagte, Estrada werde vor Gericht Anspruch auf das Präsidentenamt erheben.

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