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11.07.2000

20:55 Uhr

Der US-Mobilfunkanbieter steht im Zentrum neuer Spekulationen

Telekom schweigt zu angeblicher Kauf-Offerte für Voice Stream

Die Telekom-Branche steht weiter im Zeichen von Übernahmespekulationen. Die Deutsche Telekom verhandelt angeblich über den Kauf des Mobilfunkanbieters Voice Stream Wireless.

HB/wsje/cs NEW YORK/LONDON. Die Deutsche Telekom AG scheint ernst zu machen mit ihren Plänen, auf dem US-Telekommunikationsmarkt Fuß zu fassen. Und bei einer Kriegskasse mit rund 200 Mrd. DM sollte das dem Bonner Telekommunikationsunternehmen nicht schwer fallen. Einem Bericht des Wall Street Journal zufolge, hat die Telekom ein Angebot für die Übernahme des US Voice Stream Wireless Corp. -Mobilfunkanbieters abgegeben.



Derzeit hat das in Bellevue im Bundesstaat Washington ansässige Unternehmen eine Marktkapitalisierung von rund 27 Mrd. $. Das umfasst nicht die Verbindlichkeiten des Unternehmens in Höhe von 2 Mrd. $. Demnach müsste das Angebot der Telekom bei mindestens 30 Mrd. $ liegen.



Voice Stream entstand 1999 auf Grund einer Ausgliederung aus dem US Western Wireless Corp. -Telekomunternehmen Durch Zukäufe in den vergangenen Monaten ist das Unternehmen schnell gewachsen und verfügte am Ende des 1. Quartals über rund 2,3 Millionen Kunden.



Eine Übernahme von Voice Stream wäre nach Meinung von Analysten ein guter Einstieg für Telekom-Chef Ron Sommer in den US-Markt. "Voice Stream bietet seine Dienste als Mobilfunkbetreiber nahezu flächendeckenden im ganzen Land an und verfolgt wie fast alle großen Telekom-Unternehmen eine globale Strategie", erläutert Analyst Steven Yanis von Bank of America Securities Inc.



Doch nicht nur der deutsche Telekom-Konzern zeigt Interesse an dem US-Unternehmen. Im Mai dieses Jahres verhandelte bereits das japanische Telekommunikationsunternehmen NTT Docomo über den Kauf von Voice-Stream-Anteilen. Zudem sollen auch France Télécom sowie die amerikanische SBC Telecommunications Interesse angemeldet haben. Die Übernahmespekulationen trieben den Kurs von Voice Stream an der Wall Street deutlich nach oben. Vor Handelseröffnung kletterte der Kurs auf 139 $, am Vortag wurde das Papier noch mit 125 $ bewertet. Größte Aktionäre sind die finnische Sonera Corp., Helsinki, mit 7,9 %, sowie der Hongkonger Konzern Hutchison Whampoa Ltd. mit 23 % der Anteile. Ein Sonera-Sprecher erklärte am Dienstag, Sonera betrachte das Aktienpaket als "langfristiges Investment".



Ein Telekom-Sprecher bezeichnetete die Berichte am Nachmittag als Spekulation, die sein Unternehmen nicht kommentieren werde. In den vergangenen Wochen wurde die Telekom mehrfach in Zusammenhang mit Übernahmekandidaten in den USA gebracht. Spekuliert wird über einen Kauf der Netzbetreiber Qwest sowie Sprint.



Die Telekom hatte mehrfach angekündigt, in den USA zukaufen zu wollen. Dabei seinen nicht Allianzen, sondern Übernahmen das Ziel. Telekom-Chef Ron Sommer hatte sich auf der Hauptversammlung des Unternehmens die Ausgabe von rund 1,5 Mrd. Aktien als Akquisitionswährung genehmigen lassen. Zudem hatte das Unternehmen zuletzt eine Anleihe im Rekordvolumen von rund 30 Mrd. DM aufgelegt. Bislang hat die Telekom von den Finanzreserven noch keinen Gebrauch gemacht.



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