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22.01.2001

14:26 Uhr

ddp BERLIN. Der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbands, Bernhard Gertz, bleibt bei seiner Kritik an der Informationspolitik von Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) zur Uran-Munition. Scharping habe das erste deutsche Kontingent im Kosovo nicht rechtzeitig über mögliche Gefahren insbesondere durch den giftigen Uranstaub informiert, sagte Gertz am in Berlin. Gertz wies zugleich Rücktrittsforderungen an ihn als "humoristische Einlage" zurück.

Der Sprecher des rechten Seeheimer Kreises in der SPD, Reinhold Robbe, hatte Gertz den Rücktritt als Chef der Soldaten-Vertretung nahe gelegt. Gertz verunsichere mit bloßen Verdächtigungen die Soldaten und handele "in hohem Maße verantwortungslos". Gertz sagte dazu, er habe sich anders als Scharping, der falsch informiert habe, nicht an der Verunsicherung der Soldaten beteiligt. "Die Forderung hat mit der Realität nichts zu tun", fügte er hinzu.

Soldaten wurden nicht ausreichend informiert

Laut Gertz wurden die Soldaten weder ausreichend über die Gefahren der uranhaltigen Munition unterrichtet, noch seien sie im Umgang mit von den Projektilen zerschossenen Ziele ausgebildet worden. Das erste deutsche Kontingent sei am 13. Juni 1999 ins Kosovo einmarschiert. Die Soldaten hätten aber erst nach dem 5. Juli im Rahmen einer allgemeinen Verhaltensanweisung Hinweise auf die uranabgereicherte Munition erhalten.

Dabei sei lediglich auf die mögliche Verwendung der Geschosse, deren schwache radioaktive Strahlung und auf die allgemeine Strahlenschutzverordnung verwiesen worden. Hinweise auf die toxischen Stäube, die beim Einschlag frei werden, hätten gefehlt. Dabei habe Scharping angegeben, dass insbesondere die Stäube für die Soldaten gefährlich sein könnten. "Scharping soll endlich zugeben, dass es offensichtlich ein Versagen gab", forderte Gertz.

Bei früherer Regierung müsse noch mal nachgefragt werden

Zugleich sprach er sich dafür aus, auch bei der früheren Bundesregierung über mögliche Tests mir uranhaltiger Munition in Deutschland "noch mal nachzufragen". Die beiden parlamentarischen Antworten von 1995 und 1997, in denen der damalige Verteidigungsminister Volker Rühe (CDU) Tests in Deutschland ausgeschlossen hatte, seien offensichtlich nicht mit dem "nötigen Nachdruck" der Frage nachgegangen.

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