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03.08.2000

14:21 Uhr

vwd BANGKOK. General Motors Corp (GM), Detroit, will bis zum Jahr 2004 in Thailand und anderen asiatischen Schlüsselmärkten mindestens 10 % Marktanteil erreichen. GM wolle auch nach der verlorenen Schlacht um Daewoo Motors in Südkorea aktiv bleiben, sagte Rudolph Schlais, President des Asien-Pazifik-Geschäfts der Gruppe, am Donnerstag in Thailand. Man beobachte die Gespräche zwischen Ford Motor Co, Dearborn, und der südkoreanischen Regierung genau. Sollten die Übernahmegespräche scheitern, könnte sich GM erneut um Daewoo bemühen, sagte er. Schlais war anlässlich der Eröffnung einer neuen Produktionsanlage nach Thailand gereist. Die 640 Mill. $ teure Fabrik soll im Geschäftsjahr 2004/2005 ihre volle Kapazität von 130 000 Autos pro Jahr erreichen. Zurzeit werden 40 000 Einheiten produziert. GM-Chairman John Smith prognostiziert für das kommende Jahr einen Anstieg der Produktion auf 60 000 Stück. Motor dafür sei die starke Nachfrage nach dem 7-Sitzer-Modell Zafira, mit dessen Produktion GM im Mai begonnen hatte. Der Zafira-Nachfrageboom mache eine weitere Investition von 15 Mill. $ in dem neuen Werk nötig. Überdies soll dort künftig in zwei Schichten gearbeitet werden. Deshalb soll die Belegschaft von anfänglich 650 Mitarbeitern bis zum Jahresende auf 1 200 aufgestockt werden. Rund 90 % der thailändischen GM-Produktion gehen in den Export. Das Gesamtexportvolumen für 2001 schätzt William Botwick, Präsident von General Motors Thailand, auf 500 bis 600 Mill. $. Hauptabsatzgebiet für den Zafira sei Europa, weitere Abnehmer seien andere asiatische Staaten wie Singapur und Taiwan, aber auch Lateinamerika importiere das GM-Modell. Botwick rechnet mit einem zusätzlichen Exportschub, sollten die Gespräche über die asiatische Freihandelszone ASEAN Fortschritte machen. Der Produktionsanstieg in dem Werk werde auch der Zulieferindustrie in Thailand zu Gute kommen, sagte Botwick. Der Anteil regionaler Zulieferer werde von derzeit 38 % kontinuierlich auf 40 % im kommenden Jahr steigen, sagte er. 2001 werde der Gesamtwert der lokal hergestellten Teile auf 300 Mill. $ steigen. Die GM-Führungsriege zeigte sich überzeugt davon, dass sich der Automobilmarkt in Asien in diesem Jahr auf rund 12,8 Mill. Fahrzeuge erholen wird. Das würde einem Zuwachs von 6 % im Vergleich zum Vorjahr entsprechen, hieß es. GM hält derzeit einen Marktanteil von vier Prozent. Fertigungsanlagen betreibt GM auch in Indonesien, der Volksrepublik China, in Taiwan, Indien und Australien. Botwick rechnet damit, dass in Thailand noch vor dem Jahr 2004 das Niveau vor der Krise 1997 erreicht werden kann. Eine Reihe neuer Modelle soll den Marktanteil von GM in Asien weiter steigern. Dazu gehört den Angaben zufolge auch ein Kleinwagen für China, der im Dezember im Rahmen der engen Zusammenarbeit mit Suzuki vorgestellt werden soll. Auch in Thailand will GM das Angebot an Kleinwagen und Nutzfahrzeugen ausweiten. Angaben zu Modellen oder deren Markteinführung wurden nicht gemacht. Schlais wollte keine Angaben zum Ausmaß der Kooperation mit Isuzu Motors Ltd, Tokio, machen. Isuzu gehört zu den Schlüsselunternehmen im thailändischen Nutzfahrzeugmarkt. GM ist mit 49 % an dem Unternehmen beteiligt. Beide Seiten wollen bei ihrer Zusammenarbeit den hohen Bekanntheitsgrad von Isuzu im Markt nutzen.

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