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13.01.2003

07:56 Uhr

Detroit will mehr Wachstum

GM schickt Saab weitere Aufpasser

Der US-Automobilriese General Motors (GM) nimmt seine schwedische Tochter Saab Automobile immer stärker an die kurze Leine. Nachdem die Amerikaner bereits im vergangenen Jahr mit Greg Deveson einen GM-Manager an die Seite von Saab-Chef Peter Augustsson gestellt hatten, verstärkte die US-Mutter vergangene Woche ihren Einfluss noch einmal deutlich.

hst STOCKHOLM. Der US-Autoriese General Motors (GM) nimmt seine schwedische Tochter Saab Automobile immer stärker an die kurze Leine. Nachdem die Amerikaner bereits im November mit Greg Deveson einen GM-Manager an die Seite von Saab-Chef Peter Augustsson gestellt hatten, verstärkte der US-Konzern vergangene Woche seinen Einfluss bei der schwedischen Tochter erneut.

Das Detroiter Mutterhaus schickt Joe Peter als neuen Finanzdirektor an an die schwedische Westküste. Er soll einen weiteren Anstieg der Verluste bremsen, die zuletzt geradezu explodiert waren. Neben ihm entsendet die Konzernzentrale Bill Beamont als neuen Entwicklungsleiter nach Trollhättan. Deveson zeichnet als Saab-Vizechef künftig für Produktion und Einkauf verantwortlich. GM-Chef Rick Waggoner sagte der schwedischen Zeitung "Dagens Nyheter" am Samstag, dass Saab sich künftig stärker auf Wachstum in den USA konzentrieren und die Produktpalette erweitern solle. "Schnelles Wachstum in den USA hat oberste Priorität. Das heißt nicht, dass dies auf Kosten Europas geschehen wird, aber der Schwerpunkt muss hier liegen", betonte Waggoner. Ein Problem bei der Umsetzung dieses Ziels könnte jedoch nach Meinung von Analysten der schwache Dollar sein, der die schwedischen PKW auf ihrem wichtigsten Markt, den USA, deutlich teurer macht.

Hintergrund für das verstärkte US-amerikanische Engagement bei der schwedischen Tochter sind die anhaltenden Verluste, die Saab schreibt. Seit dem Einstieg von GM bei den Schweden 1990 hat der US-Konzern rund 15 Mrd. Kronen (1,6 Mrd. Euro) in Saab investiert. Allein im ersten Halbjahr vergangenen Jahres machten die Schweden einen Verlust von etwa 1,2 Mrd. Kronen. Als Ursache für das erneute Minus werden die hohen Kosten bei der Entwicklung des neuen Saab-Modells 9-3 genannt.

Saab-Chef Augustsson rechnet nicht vor 2004 mit schwarzen Zahlen. Dann soll der Saab 9-3 in mehreren Varianten auf dem Markt erhältlich sein. Mit nur zwei Modellen (9-3 und 9-5) hat es Saab schwer, das für die Rentabilität notwendige Produktionsvolumen von jährlich rund 200 000 Wagen zu erreichen. 2002 verkauften die Schweden nur 120 800 Wagen. In diesem Jahr will man 135 000 bis 140 000 Autos weltweit absetzen.

Quelle: Handelsblatt

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