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16.01.2003

16:15 Uhr

Deutlich geringerer Betriebsverlust

Opel sieht sich bei Sanierung voll im Plan

Der unter Absatzeinbußen leidende Autohersteller Adam Opel hat 2002 seinen Betriebsverlust deutlich reduziert und sich unverändert zuversichtlich gezeigt, noch in diesem Jahr die Gewinnschwelle erreichen zu können.

Reuters RÜSSELSHEIM. "Wir sind überzeugt und optimistisch, dass wir schnell wieder auf Kurs kommen, denn der Turnaround ist im Plan", sagte Firmenchef Carl-Peter Forster am Donnerstag in Rüsselsheim. Gegen Ende des Jahres wolle Opel die Gewinnschwelle erreichen. "Und wenn es gut läuft, wird dieses Ziel vielleicht sogar übertroffen", fügte Forster hinzu. 2002 musste Opel allerdings noch einen Rückgang beim Absatz und bei den Marktanteilen hinnehmen. Unter anderem mit neuen Fahrzeugmodellen sowie durch weitere Kosteneinsparungen will die deutsche Tochter des weltgrößten Autokonzerns General Motors (GM) in diesem Jahr wieder steigende Absatz- und Geschäftszahlen erzielen.

"Olympia" belastet Bilanzen

Das operative Minus von Opel belief sich 2002 auf 227 Millionen Euro nach 674 Millionen Euro im Jahr zuvor. Durch Einmalkosten überwiegend für das Sanierungskonzept "Olympia" in Höhe von 616 Millionen Euro vor Steuern habe sich indes das Nettoergebnis auf minus 345 Millionen Euro nach einem Gewinn von 87 Millionen Euro im Vorjahr belaufen. 2001 hatte Opel unter dem Strich allerdings ausschließlich an der eigenen Bank verdient.

Der Umsatz fiel 2002 wegen rückläufiger Absatzzahlen um 1,1 Milliarden Euro auf 14,9 Milliarden Euro. Der Marktanteil habe sich dabei in Deutschland mit 339 000 neu zugelassenen Pkw um 1,4 Prozentpunkte auf 10,4 Prozent verringert. Der Absatz von Opel im Inland lag zuletzt deutlich unter den Verkäufen von Fahrzeugen der Luxusmarke Mercedes-Benz des Stuttgarter Daimler-Chrysler-Konzerns. Außerhalb Deutschlands habe Opel fast 795 0000 Autos verkauft. In diesem Jahr will Opel Absatz und Marktanteil wieder steigern. Konkrete Angaben hierzu machte der Vorstand jedoch nicht. Opel hatte nach einem operativen Verlust in Rekordhöhe im Jahr 2001 das Sanierungskonzept "Olympia" aufgelegt, in dessen Rahmen rund 2500 Stellen abgebaut wurden. Ende 2002 beschäftigte das Unternehmen den Angaben zufolge noch gut 34.100 Mitarbeiter.

Zur Finanzlage seines Unternehmens sagte Vorstandschef Forster: "Unsere Bilanz ist blütenrein und unbelastet von Bankschulden." Demnach belief sich der Cash-Flow des Unternehmens aus der laufenden Geschäftstätigkeit per Ende 2002 auf 448 Millionen Euro im Vergleich zu 352 Millionen Euro vor Jahresfrist. Die liquiden Mittel hätten 518 Millionen Euro betragen. Zudem habe Opel alle Kredit vollständig getilgt und gehe somit schuldenfrei ins Jahr 2003.

Noch nicht am Ziel

Forster zeigte sich zufrieden über die Reduzierung des Betriebsverlustes, sieht Opel aber noch nicht am Ende der Restrukturierung. Opel liege bei "Olympia" klar im Plan, habe damit aber erst eine Etappe errungen. "Opel auf Dauer erfolgreich zu machen ist ein ständiger Prozess", sagte Forster. "Dazu gehört aktuell der Aufhol-Sprint zurück in die schwarzen Zahlen. Und dann geht es um dauerhaftes, langfristiges Wachstum."

Keine sichtbaren Ergebnisse erzielte Opel indes bei dem Versuch, Bereiche der Komponentenfertigung in den Werken Bochum und Kaiserslautern zu verkaufen. Opel spricht darüber unter anderem mit Thyssen-Krupp Benteler, doch die Verhandlungen gestalteten sich schwierig, sagte Forster. "Für den Fall, dass die Verhandlungen wider erwarten scheitern sollten, werden wir nach anderen Lösungen suchen."

General Motors legt deutlich zu

Die Opel-Mutter GM teilte mit, ihr Gewinn habe im vierten Quartal auf eine Milliarde Dollar oder 1,71 Dollar je Aktie zugenommen. Ohne Sonderposten habe sich das Ergebnis auf 850 Millionen Dollar nach 255 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum belaufen. Die Europa-Sparte von GM einschließlich Opel erwirtschaftete dagegen im Schlussquartal des Jahres einen Verlust von 129 (Vorjahr 240) Millionen Dollar.

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