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30.01.2003

13:25 Uhr

Deutlicher Kurssprung

Evotec-Ergebnis deutlich besser als erwartet

Das am Neuen Markt gelistete Biotechunternehmen Evotec hat nach einem Umsatzplus im Geschäftsjahr 2002 seine Schätzung für das Betriebsergebnis angehoben. Die Evotec-Aktie reagierte auf die Zahlen mit einem Kurssprung von zeitweise knapp zwölf Prozent.

Reuters HAMBURG. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibung (Ebitda) werde voraussichtlich "deutlich besser als erwartet" ausfallen, teilte Evotec am Donnerstag mit. Der Konzern hatte bisher ein Ebitda zwischen minus drei und minus sechs Millionen Euro in Aussicht gestellt. Für 2003 rechne der Konzern mit einem Umsatzwachstum von zehn bis 15 Prozent. Ferner werde Evotec künftig mit der US-Firma Dynogen Pharmaceuticals neue Arzneistoffe entwickeln. Analysten zufolge entsprachen die Zahlen den Erwartungen. Positiv seien die hohen Finanzreserven.

Der Umsatz sei 2002 nach vorläufigen Zahlen um zehn Prozent auf 69,5 Millionen Euro gestiegen, teilte Evotec mit. Im Vorjahr hatte das Unternehmen 63,2 Millionen Euro umgesetzt. Neben dem Umsatzplus erwartet der Konzern ein positives Betriebsergebnis im laufenden Jahr. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Auftragslage günstiger, begründete das in Hamburg ansässige Unternehmen seinen Geschäftsausblick. Evotec habe schon Aufträge im Volumen von 45 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2003 akquiriert. Das entspreche 60 Prozent der aktuellen Umsatzerwartungen. Endgültige Zahlen will Evotec am 25. März vorlegen.

Die Finanzreserven hätten Ende 2002 über den eigenen Erwartungen gelegen, hieß es weiter. "Wir haben unsere aktualisierten Prognosen übertroffen, im vierten Quartal ein positives Ebitda erzielt und das Jahr mit 21 Millionen Euro auf der Bank abgeschlossen", sagte Evotec-Finanzchef Dirk Ehlers. Nach eigenen Angaben hatte der Konzern mit rund sieben Millionen Euro weniger gerechnet. Der erhöhte Bestand der Finanzreserven sei unter anderem auf Kosteneinsparungen zurückzuführen.

Auch Analysten bewerteten vor allem den Anstieg der liquiden Mittel als positiv. "Die Restrukturierungen zahlen sich offenbar aus", sagte Hanns Frohnmeyer, Analyst bei der LBBW. Die Auftragslage habe sich zudem besser als erwartet entwickelt. "Es sieht so aus, als ob sich das Geschäft erholt."

Drei-Jahres-Vertrag mit Dynogen Pharmaceuticals

Evotec gab zudem einen Drei-Jahres-Vertrag mit Dynogen Pharmaceuticals bekannt. Evotec ist spezialisiert auf Dienstleistungen für den Wirkstoffforschungsprozess. Dazu gehört die Prüfung bestimmter Substanzen auf ihre Eignung als Arzneimittelwirkstoffe und die Entwicklung der dafür notwendigen Testsysteme. Dynogen wolle mit Evotec neurologisch wirksame Wirkstoffe für die Behandlung von Harnwegs- sowie Magen- und Darmerkrankungen identifizieren und weiterentwickeln, erklärte Dynogen-Chef Lee R. Brettman. Über die finanziellen Details wurde Evotec zufolge Stillschweigen vereinbart.

Die Aktien von Evotec lagen rund drei Stunden nach Börsenstart noch gut neuen Prozent im Plus bei 1,66 Euro. Der Aktienumsatz hatte zu diesem Zeitpunkt den Tagesdurchschnitt bereits deutlich überschritten. Knapp ein Viertel des Geschäfts im Nemax50 konzentrierte sich auf diesen Wert.

Trotz der Kurserholung der vergangenen Tage notierten die Evotec-Papiere am Donnerstag noch knapp 50 Prozent unter dem Hoch von Ende Oktober. Parallel dazu verringerte sich der Börsenwert des Unternehmens um 40 Millionen Euro.

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