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21.02.2002

20:40 Uhr

Deutsche Aktien schließen nach US-Konjunkturdaten fester

"Schwergewichte" ziehen den Dax nach oben

Nach zwei besser als erwartet ausgefallenen US-Konjunkturindikatoren haben die deutschen Aktienmärkte am Donnerstag deutlich fester geschlossen. Marktteilnehmer bezeichneten die Kursgewinne zudem als technische Reaktion auf die starken Abschläge der Vortage.

Quelle: Handelsblatt

rtr FRANKFURT/M. "Die US-Konjunkturdaten untermauern das Szenario eines Konjunkturaufschwungs", sagte ein Aktienhändler. Das stütze die deutschen Börsen. Ein anderer Marktteilnehmer sagte, die zuletzt stark überverkaufte Situation lasse nach. "Es gibt auf diesem Kursniveau wieder verstärkt Kaufinteresse." Im Mittelpunkt des Handels standen die Anteilsscheine von Daimler-Chrysler und Siemens, die jeweils deutlich anzogen.

Der Dax schloss 1,47 % über seinem Vortagesschluss bei 4 850 Punkten. Am Neuen Markt legte der Auswahlindex Nemax 50 3,36 % auf 977 Zähler zu. Der MDax beendete den Handel 0,29 % höher bei 4 334 Punkten.

In den USA tendierten die Indizes zum deutschen Handelsschluss uneinheitlich. Während der Dow-Jones-Index der Standardwerte um 0,34 % auf 9 973 Punkte stieg, fiel die Technologiebörse Nasdaq um 1,29 % auf 1 752 Zähler.

Die vom Wirtschaftforschungsinstitut Conference Board veröffentlichten US-Frühindikatoren sind im Januar im Vergleich zum Vormonat um 0,6 % gestiegen. Von Reuters befragte Volkswirte hatten lediglich mit einem Anstieg um 0,5 % gerechnet. Außerdem stieg der Konjunkturindex der Notenbank von Philadelphia im Februar auf 16,0 (Januar: 14,7) Punkte. Volkswirte hatten mit einem Rückgang auf 13,0 Punkte gerechnet.

Daimler-Chrysler und Siemens gefragt

Im Mittelpunkt des Dax-Handels standen die Papiere von Daimler-Chrysler, die um 4,72 % auf 43,69 ? anzogen. Die US-Einheit Chrysler hatte am Mittwochabend ihre Prognose für ein ausgeglichenes Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr bekräftigt. Nach Händlerangaben hatten Anleger offenbar noch Schlimmeres von den am Mittwoch vorgelegten Geschäftszahlen befürchtet. "Die Anleger sagen sich, wenn das Unternehmen nun wirklich die Talsohle durchschritten haben sollte, dann muss man die Aktie haben", Aktienhändler Frank Albrecht von M.M. Warburg. Unter Berücksichtigung der Kursverluste in den vergangenen Wochen und der konservativen Gewinnschätzung für 2002 sei das Papier stark unterbewertet, sagten die Analysten der Hypo-Vereinsbank.

Siemens-Papiere legten 2,85 % auf 65,00 ? zu. Der Elektronikkonzern rechnet mit einem moderaten Wachstum des Marktes für Mobilfunk-Infrastruktur und will demnächst neue Aufträge aus Brasilien und Portugal bekannt geben. In dem neuen Markt für die dritte Mobilfunkgeneration UMTS strebe Siemens einen Anteil von über 20 % an, sagte Valentin Chapero Rueda, Präsident dieses Geschäftsbereichs bei Siemens.

Die Titel der Deutschen Bank stiegen um 2,24 % auf 65,23 ?, nachdem die WestLB das Papier auf "Kaufen" von bislang "Outperform" hochgestuft hatte. Im MDax stiegen die Papiere der Fernsehsenderfamilie ProSiebenSat.1 um 6,94 % auf 6,63 ?. Auch ProSieben habe von einer Analysten-Hochstufung profitiert, sagte ein Börsianer.

Infineon unter Druck

Die Aktien des Chipherstellers Infineon gaben 2,78 % auf 24,45 ? ab. Händler führten den Abschlag auf einen negativen Ausblick einer Investmentsparte der Banc of America für den Halbleiter-Branchenprimus Intel zurück. Das Haus hatte die Gewinnschätzungen für Intel gesenkt. Intel-Papiere verloren an der Nasdaq über vier Prozent. Außerdem hatte Ciena, ein US-Ausrüster für Glasfasernetzwerke, einen Rekordverlust im abgelaufenen Quartal vorgelegt.

Die Volkswagen-Aktie profitierte von einer Kaufempfehlung durch die SEB-Bank. Die Analysten würdigten das Jahresergebnis. Die Sorge, dass VW in diesem Jahr nicht so viele Fahrzeuge verkaufen werde, sei bereits im gegenwärtigen Aktienkurs enthalten, hieß es.

Die T-Aktie legte ebenfalls zu. "Die Telekom hat sich in den vergangenen Tagen gut gehalten", sagte ein bayerischer Händler. Ein anderer Händler begründete die Kursgewinne mit der Hochstufung des europäischen Telekom-Sektors von "Untergewichten" auf "Neutral" durch Dresdner Kleinwort Wasserstein.

Auch Aktien des Softwareherstellers SAP legten zu. Ihre gut Form führte ein Frankfurter Händler auf positive Analystenkommentare für den amerikanischen Konkurrenten Oracle zurück. Wenn sich Oracle erhole, werde die ganze Branche wieder Aufwind bekommen, hieß es.

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