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14.02.2002

19:24 Uhr

Deutsche Bank bleibt Krisengespräch fern

Kirch muss um Lösung seiner Finanzkrise bangen

Die Rettung der angeschlagenen Kirch-Gruppe lässt auf sich warten. Ein Treffen der großen Gläubiger-Banken bei der angeschlagenen Kirch-Gruppe endete am Donnerstag offenbar ergebnislos.

cbu/hps/pes HB DÜSSELDORF. Dem Vernehmen nach blieb zudem die Deutsche Bank dem Krisengipfel fern, zu dem sich fünf Hausbanken in der Kirch-Zentrale getroffen hatten, darunter die Hypovereinsbank (HVB) und die Bayerische Landesbank. Die HVB wollte bisher zusammen mit der Dresdner Bank das 40-prozentige Kirch-Aktienpaket am Axel-Springer-Verlag im Wert von schätzungsweise 1,1 Mrd. Euro übernehmen.

In Frankfurt gab es am Donnerstag ein zweites Treffen bei der Deutschen Bank, das offenbar ebenfalls ergebnislos verlief. Die Frankfurter Bank hat insbesondere bei einem Verkauf der Springer-Beteiligung das letzte Wort, da das Paket an sie verpfändet ist.

Ob Kirch überhaupt die Beteiligung an HVB und Dresdner abgeben wird, ist derweil offen. "Es kann auch völlig anders kommen", hieß es in Münchener Bankkreisen. "Es gibt wieder Bewegungsfreiheit", sagte ein Kirch-Insider zur Finanzkrise des Medienkonzerns. In den nächsten Tagen stehen offenbar mehrere Termine mit den Gläubigerbanken an. Der Kirch-Konzern im Münchener Vorort Ismaning bestätigte nur die laufenden Gespräche, wollte aber zu den Inhalten keine Stellung nehmen.

ARD und ZDF als gute Kirch-Kunden für Sport-Rechte sehen sich bislang trotz der Krise des Medienunternehmens nicht in Zugzwang. "Wir warten nicht auf Beute in Sachen Fußball-Bundesliga, dafür stehen auch keine Mittel zur Verfügung", betonte Fritz Pleitgen, ARD-Vorsitzender und WDR-Intendant. Damit erteilte der Chef der größten ARD-Anstalt den Anfragen der Fußball-Verbände eine Absage.

Die Fernsehrechte für die diesjährige Fußball-Weltmeisterschaft in Südkorea und Japan zahlen die Öffentlich-Rechtlichen erst im Frühjahr vollständig. Wie aus Kreisen des öffentlich-rechtliche Senders zu erfahren war, seien bei Vertragsbeginn und zum Jahresende insgesamt 60 Mill. Euro nach München überwiesen worden. ARD und ZDF hatten letztes Jahr die TV-Rechte für 115 Mill. Euro von Kirch erworben.

Teil des Vertrages über die WM 2002 ist auch ein "Erstzugriffsrecht" auf die Fußball-WM 2006. Der endgültige Vertrag über die WM 2006 soll im kommenden Jahr ausgehandelt und unterzeichnet werden. ARD und ZDF sind bereit, für die 25 Spiele der WM in Deutschland 256 Mill. Euro zu zahlen.

Sollten die Spiele 2006 nicht an ARD und ZDF gehen, besitze man das Recht auf die Rückzahlung von rund 51 Mill. Euro, bestätigte die ARD am Donnerstag.

Der ARD-Vorsitzende Pleitgen rechnet allerdings auch dann noch damit, die WM zu übertragen, wenn die Rechte wieder an den internationalen Fußball-Verbund Fifa zurückfallen sollten.

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