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24.04.2003

18:20 Uhr

Deutsche Bank und Swiss Re verhandeln

Gerling NCM vor Übernahme

Die Deutsche Bank und der Schweizer Rückversicherungskonzern Swiss Re könnten nach Angaben aus Branchenkreisen bald die Kontrolle über den Kreditversicherer Gerling NCM übernehmen.

Reuters LONDON. Das Geschäft im Volumen von 350 Millionen Euro sei eine Frage von Wochen, nicht Monaten, hieß es in den Kreisen am Donnerstag. Der angeschlagene Kölner Konzern Gerling könnte mit dem Verkauf seines Kreditversicherers seine finanzielle Basis stärken. Rund 100 Millionen Euro des gesamten Verkaufpreises könnten der Rückversicherung von Gerling zufließen, hieß es in den Kreisen. Damit könnte Gerling die Finanzkraft der Tochter verbessern und damit eventuell doch noch die Zustimmung für den Verkauf dieser Sparte von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erhalten.

Gerling-Kreise bestätigten Verhandlungen mit der Deutschen Bank und Swiss Re und stellten einen Vertragsabschluss innerhalb der nächsten zehn Tage in Aussicht. Weder Gerling, die Deutsche Bank noch Swiss Re wollten einen Kommentar abgeben.

Den Branchenkreisen zufolge soll die Gerling-Beteiligung an dem weltweit zweitgrößten Kreditversicherer von 55,9 Prozent einen Wert von rund 350 Millionen Euro haben. Nach der Übernahme sollen die Deutsche Bank und Swiss Re jeweils 46,5 Prozent an dem Kreditversicherer halten. Die übrigen sieben Prozent Anteil sollen in die Pensionskasse der beiden Unternehmen fließen.

Swiss Re hat bereits einen Anteil von 25 Prozent plus einer Aktie an Gerling NCM. Die Deutsche Bank hält den Branchenkreisen zufolge über verschiedene Unternehmen bereits 19,1 Prozent.

Das Geschäft könnte entscheidend für den Verkauf des Rückversicherungsgeschäfts von Gerling sein, hieß es in Gerling-Kreisen. Nach einer ersten gerichtlichen Niederlage will die BaFin in der nächst höheren Instanz durch eine Beschwerde beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof den Verkauf des Rückversicherers an die Globale Management GmbH stoppen. Gerling hoffe nun, die Behörde von dem Verkauf zu überzeugen, wenn die Solvenz der Rückversicherung gestärkt werde. Das BaFin hatte nach Gerling-Angaben in der Vergangenheit kritisiert, dass bei den bisherigen Verkaufsplänen für die Rückversicherungstochter keine hinreichende Gewähr für den unternehmerischen Erfolg nachgewiesen worden sei. Der erfolgreiche Verkauf des defizitären Rückversicherungsgeschäfts gilt als Voraussetzung für eine Lösung für die seit langem andauernde Partnersuche von Gerling auf Konzernebene.

Die Deutsche Bank hat ihren 34,5 prozentigen Anteil am Gerling-Konzern inzwischen fast ganz abgeschrieben. Bereits 2002 hatte die Deutsche Bank rund 700 Millionen Euro auf ihre Beteiligung abgeschrieben, die zuletzt noch mit etwa 500 Millionen Euro in der Bilanz stand.

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