Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.02.2001

13:57 Uhr

Handelsblatt

Deutsche Bank verschweigt angeblich Personalaufbau

Die Deutsche Bank will nach Angaben der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV) anders als angekündigt keine 2600 Stellen weltweit abbauen, sondern 1400 neue Arbeitsplätze schaffen.

Reuters KÖNIGSTEIN. Die Deutsche Bank will nach Angaben der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV) anders als angekündigt keine 2600 Stellen weltweit abbauen, sondern 1400 neue Arbeitsplätze schaffen. Diese Zahl ergebe sich aus der von dem Geldhaus im Zuge seiner Neustrukturierung beschlossenen Personalplanung, sagte HBV-Vorstandsmitglied Hinrich Feddersen am Freitag vor Journalisten in Königstein bei Frankfurt. Deutsche Bank AG - Intraday-Chart

Der HBV zufolge sollten im Firmenkundengeschäft und im Investment-Banking der Bank weltweit bis 2003 insgesamt 4000 neue Arbeitsplätze entstehen. Dem stehe ein geplanter Personalabbau um 2600 Stellen gegenüber, so dass netto 1400 neue Arbeitsplätze entstünden. Die HBV berief sich dabei auf Informationen aus Unternehmenskreisen.

Die Deutsche Bank wollte die Angaben der Gewerkschaft auf Anfrage nicht kommentieren und bekräftigte die Angaben vom Vortag. Der Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Rolf Breuer, hatte am Donnerstag angekündigt, die Bank werde im Zuge der Neustrukturierung weltweit 2600 Arbeitsplätze abbauen, davon 1400 in Deutschland.

Breuer habe den Personalaufbau mit Blick auf den Aktienkurs absichtlich "verschwiegen", vermutete Feddersen. Die Bank habe offenbar gehofft, durch die Ankündigung eines Personalabbaus "den Aktienkurs nach oben zu bringen". Auch die HBV-Vorsitzende Margret Mönig-Raane kritisierte die Informationspolitik der Bank und sprach von "versauten Sitten an der Börse". Dort agiere man offensichtlich nach dem Motto, "nur schlechte Nachrichten für die Beschäftigten sind gute Nachrichten für die Börse", sagte die HBV-Chefin.

Tatsächlich war der Kurs der Deutsche-Bank-Aktie am Vortag trotz der Bekanntgabe des Personalabbaus und des besten Jahresergebnisses in der Geschichte des Geldhauses deutlich zurückgegangen. Die Bank hatte ihren Konzernüberschuss im vergangenen Jahr auf 4,949 Mrd. Euro mehr als verdoppelt. An der Börse hatte jedoch ein unerwarteter Einbruch im vierten Quartal für Ernüchterung gesorgt und die Aktie um sechs Prozent gedrückt, denn in diesem Zeitraum war das Vorsteuerergebnis um 20 % auf 818 Mill. Euro gesunken.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×