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10.03.2003

12:25 Uhr

Deutsche Crestor-Markteinführung verzögert

Etikettenstreit bremst Astra-Zeneca aus

Die deutsche Markteinführung des Cholesterinsenkers Crestors des zweitgrößten europäischen Pharmakonzerns Astra-Zeneca wird sich voraussichtlich um einige Monate verzögern.

Reuters LONDON. Crestor, das unter anderem in den Niederlanden bereits auf den Markt ist, sei aus dem "gegenseitigen Anerkennungsprozess" in Deutschland, Spanien und Norwegen herausgenommen worden, teilte der britisch-schwedische Konzern am Montag mit. Astra-Zeneca sei sich mit den drei Ländern über das Etikett für Crestor nicht einig, sagte eine Unternehmenssprecherin, ohne Einzelheiten zu nennen. Im Rahmen der gegenseitigen Anerkennung folgen europäische Länder in der Regel der Entscheidung eines anderen Landes bei der Zulassung von Medikamenten. Crestor ist seit November in den Niederlanden zugelassen.

Der Konzern rechnet den Angaben zufolge trotzdem damit, sich in den Ländern die Zulassung sichern zu können. "Ich kann aber keinen zeitlichen Rahmen setzen", sagte die Sprecherin. In 13 europäischen Ländern sei das Verfahren der gegenseitigen Anerkennung erfolgreich abgeschlossen. Marktführer ist zurzeit der US-Pharmakonzern Pfizer mit seinem Cholesterinsenker Lipitor.

Eine Verzögerung der Zulassung in Deutschland, den größten europäischen Medikamentenmarkt, werde offensichtlich auch den Verkauf verzögern, sagte Kevin Scotcher, Analyst bei SG Cowen. Allerdings wäre er sehr überrascht, sollte dies eine eventuelle Markteinführung für Crestor in Deutschland ganz ausschließen, fügte Scotcher hinzu.

Astra-Zeneca setzt auf Crestor als neues umsatzstarkes Produkt, nachdem der Patentschutz für das Magenmittel Losec, das in den USA als Prilosec vertrieben wird, abgelaufen war. Analysten schätzen den Umsatz aus dem Verkauf von Crestor ab 2005/06 auf jährlich rund zwei bis drei Millionen Dollar.

Cholesterinsenker, so genannte Statine, gehören zu den weltweit am häufigsten verabreichten Medikamente. Der deutsche Pharmakonzern Bayer AG hatte im vergangenen Jahr seinen Cholesterinsenker Lipobay vom Markt genommen, weil das Präparat mit rund 100 Todesfällen in Zusammenhang gebracht worden war.

Die Papiere von Astra-Zeneca verloren in einem schwächeren Gesamtmarkt 2,4 Prozent auf 19,59 Pfund.

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